Vorsicht bei ätherischen Ölen

Warum Erkältungsbäder für Babys gefährlich werden können

Immer weg vom Gesicht, damit die Öle nicht mit den Schleimhäuten in Berührung kommen.
© iStockphoto

08. Oktober 2020 - 13:03 Uhr

Ätherische Öle können bei Babys und Kleinkindern zu Atembeschwerden führen

In der kalten Jahreszeit werden auch Babys und Kleininder wieder anfälliger für Erkältung & Co. Verständlich, dass Eltern ihren Kleinsten dann unbedingt helfen wollen. Aber Vorsicht: Ätherische Öle wie beispielsweise Menthol können für die Kinder lebensgefährlich werden.

Wie reagieren Babys und Kleinkinder auf ätherische Öle?

Auch wenn der Geruch von Eukalyptus, Menthol, Kampfer und Pfefferminz den Eindruck vermittelt, man würde seinem schniefendem Kind etwas Gutes tun, ist trotzdem Vorsicht geboten! Denn was Erwachsenen bei einer fiesen Erkältung helfen kann, kann für Babys und Kleinkinder gefährlich werden. "Schon wenige Tropfen von ätherischen Ölen wie Eukalyptus und Pfefferminz können dazu führen, dass Babys und Kleinkinder unter starken Atembeschwerden und sogar Kehlkopfkrämpfen leiden", erklärt der Medizin-Experte Dr. Christoph Specht. Dafür würden schon wenige Tropfen des unverdünnten ätherischen Öls in Nase oder Mund ausreichen. Auch allergische Reaktionen und Hautreizungen sind möglich. Daher sollte bei den Kleinsten unbedingt auf Erkältungsbäder, wärmende Einreibungen sowie auf Ö in Duftlampen verzichtet werden. Auch Schwangeren wird die Anwendung der Öle nicht empfohlen.

Bei Kindern unter zwei Jahren gilt: Finger weg!

"Es sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass insbesondere Babys niemals direkten Kontakt mit ätherischen Ölen haben", mahnt Dr. Specht. Schon eine winzige Menge der ätherischen Öle können die Atemwege so sehr reizen, dass die bei erkälteten Kindern ohnehin schon entzündeten Atemwege sich noch mehr verengen, sodass das Kind unter Kurzatmigkeit und akuter Luftnot leidet. Achten Sie deshalb darauf, dass die ätherischen Öle immer außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden.

Erkältungsmittel aus ätherischen Ölen haben also keine lindernde Wirkung sondern verschlimmern die Beschwerden eher, die dann sogar ins Lebensbedrohliche umkippen können, wie Dr. Specht erklärt: "Ätherische Öle sind für Kinder aus dem simplen Grund gefährlicher, weil sie einen kleineren Körper haben als wir Erwachsene." Wenn überhaupt, sollten sie nur Öle anwenden, die speziell für die Verwendung bei Babys und Kleinkindern vorgesehen sind. Dabei sollten Sie sich außerdem immer an die altersspezifischen Dosierungsangaben und Verdünnungshinweise halten. Sowieso ist es ratsam, vor der Anwendung eines ätherischen Öls ihren Kinderarzt oder den Apotheker Ihres Vertrauens um Rat zu fragen.

"Die Höhle der Löwen": Jacqueline Torres Martinez startet mit ihrem Duschschaum durch.

Was tun, wenn mein Kind mit ätherischen Ölen in Berührung gekommen ist?

Zeigt ihr Kind Anzeichen von Kurzatmigkeit, Krämpfen oder Bewusstseinsveränderungen, rufen Sie umgehend den Notruf an! Hat Ihr Kind möglicherweise ätherische Öle verschluckt – und seien es auch nur wenige Tropfen – sollten Sie ihrem Kind zudem möglichst schnell viel zu trinken geben, damit sich die Öle verdünnen.

Hatte Ihr Kind bloß Hautkontakt mit einem ätherischen Öl, ist es meist ausreichend, die Stelle und insbesondere die Hände, gründlich abzuwaschen. So wird vermieden, dass das Öl mit der Schleimhaut Ihres Kindes in Berührung kommt.