Warnung wegen starker Nebenwirkungen

Diese Antibiotika sollen Ärzte nur noch eingeschränkt ausgeben

© dpa, Julian Stratenschulte

8. April 2019 - 20:12 Uhr

Rote-Hand-Brief warnt vor Fluorchinolonen

Ärzte sollen die weit verbreitete Antibiotikagruppe der Fluorchinolone wegen schwerer Nebenwirkungen nur noch stark eingeschränkt verschreiben. Das teilte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) nun mit einem sogenannten Rote-Hand-Brief an Ärzte und Krankenhäuser mit.

Keine Verschreibung mehr bei leichten und mittelschweren Infektionen

Bei leichten oder mittelschweren Infektionen sollen Antibiotika aus der Gruppe der Fluorchinolone nicht mehr eingesetzt werden, heißt es in einem aktuellen Warnschreiben. In Deutschland sind die Wirkstoffe Ciprofloxacin, Levofloxacin, Moxifloxacin, Norfloxacin und Ofloxacin betroffen.

Besonders älteren Menschen, Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion, Organtransplantaten und bei gleichzeitiger Einnahme von Kortikosteroiden sollen betroffene Medikamente von ungefähr 30 Herstellern nicht mehr verschrieben werden.

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Welche Nebenwirkungen können durch die Antibiotika auftreten?

In dem Warnschreiben an Ärzte ist zwar nur von einem "sehr seltenen" Auftreten von Nebenwirkungen die Rede, diese könnten allerdings schwerwiegend und sogar irreversibel sein. Im Brief der BfArM werden folgende möglichen Nebenwirkungen genannt:

  • Entzündungen oder Risse der Sehnen
  • Muskelschwäche
  • Gelenkschmerzen
  • Schwierigkeiten beim Gehen
  • Müdigkeit
  • Depressionen
  • Schlafstörungen
  • Probleme beim Sehen oder Hören

Bei ersten Anzeichen dieser Symptome sollte die Behandlung mit Fluorchinolon-Antibiotika in Rücksprache mit dem Arzt sofort abgebrochen werden.

Das BfArM stellt aber auch klar: "Fluorchinolone sind eine wichtige Behandlungsoption gegen verschiedene Infektionserkrankungen, darunter einige lebensbedrohliche, bei denen andere Antibiotika nicht ausreichend wirksam sind."

Quellen: dpa / Eigene Recherche