Winterschlaf im Laub wurde ihm zum Verhängnis

Von der Motorsense erwischt: Dieser kleine Igel schläft nun für immer

Dieses Igelmädchen wurde durch eine Motorsense  getötet.
Dieses Igelmädchen wurde durch eine Motorsense getötet.
© Tierschutzverein München

26. Januar 2022 - 8:46 Uhr

Zum Überwintern richten sich Igel am liebsten in Laubhaufen ein - diesem Igel wurde das jetzt zum Verhängnis. In Großstädten wird das Laub von der Straßenreinigung zu wunderbaren Haufen zusammengetragen, die Igel freuen sich über den gemütlichen Platz für ihren Winterschlaf. Doch die Idylle hält nicht lange an. Denn noch mitten im Winter werden die Laubhaufen von Mitarbeitern der Stadt entfernt; Hecken und Sträucher, in denen es sich die Igel gemütlich gemacht haben, werden geschnitten. Für dieses kleine Igelmädchen bedeutete das den Tod.

Tierärzte versuchten noch, das Tier zu retten

Ein Mitarbeiter der Stadtreinigung hatte den Igel mit der Motorsense erwischt. Er selbst brachte den verletzten Igel dann ins Tierheim. Dort versuchten die Tierärzte noch, das kleine Tier zu retten. Leider vergeblich.

Dass verletzte Igel ins Tierheim gebracht werden, kommt eher selten vor, berichtet Kristina Berchtold vom Tierschutzverein München im RTL-Interview. "Tatsächlich erleben wir solche Fälle selten. Etwa 10 bis 15 Igel, die auf diese Art verletzt wurden, werden überhaupt zu uns gebracht. Für gewöhnlich fällt es den Leuten überhaupt nicht auf oder sie schieben das verletzte Tier einfach beiseite."

Igel brauchen bis zu acht Tage, um aus ihrem Winterschlaf zu erwachen. Das bedeutet in einem solchen Fall: Entweder sterben sie schlafend oder sie gehen in ihren letzten wachen Minuten an ihren Verletzungen zugrunde.

Auch in privaten Gärten sind die Tiere nicht mehr sicher

Igel sucht eine Platz für seinen Winterschlaf
Ein junger Igel sitzt zwischen Laub in einem Gebüsch. Foto: Jonas Walzberg/dpa/Archivbild
© deutsche presse agentur

Auch in privaten Gärten kommen immer häufiger Motorsensen und Mäh-Roboter zum Einsatz. Diese Geräte können Wildtiere und vor allem Igel schwer verletzen, weil ihre Sensoren die kleinen Tierchen nicht erkennen. Die Tierschützerin appelliert daher an die Vernunft und Rücksichtnahme der Menschen: "Privatleute sollten in ihren Gärten einen Teil unaufgeräumt lassen. Es ist wichtig, nicht alles im Garten penibel wegzuräumen, sondern Totholz, hohes Gras und Laub zumindest in einem Teil des Gartens liegen zu lassen. So bietet man Lebensraum für Wildtiere und Insekten, die ja die Nahrungsgrundlage der Igel sind." Besser sei es, direkt zum Rechen zu greifen und Laufhaufen liegen zu lassen.

Und was die städtischen Reinigungsarbeiten betrifft: Der Tierschutzverein München ist hier im Gespräch mit Vertretern der Stadt, um eine Lösung zum Wohl der Tiere zu finden, damit nicht noch mehr Igel ein ähnlich trauriges Ende finden. (psc)

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