Virus-Erreger legt Familienhotel lahm - Ein Fall für Urlaubsretter Ralf Benkö

12. Februar 2016 - 15:47 Uhr

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Schmerzverzerrte Gesichter, weinende Kinder – Ausnahmezustand in einem Familienhotel der griechischen Insel Rhodos. Seit Mitte Mai häufen sich dort die Krankheitsfälle und auch Wochen später reißt die Beschwerde-Flut nicht ab. Ist im 'Lindos Princess Beach' tatsächlich ein ansteckender Virus ausgebrochen, der Durchfall und Erbrechen zum Urlaubs-Alltag vieler Familien macht? Woher kommt der Erreger? Warum wurden später anreisende Gäste nicht vorgewarnt? Ein Fall für das RTL-Urlaubsretter-Team von Ralf Benkö.

Urlaubsretter Ralf Benkö
Urlaubsretter Ralf Benkö spricht mit einer Gruppe von Betroffenen.

Als Familie Pfeifer aus Karlsruhe im Hotel eincheckte, ahnte sie noch nicht, welcher Horror-Urlaub ihr bevorsteht. "Schon am zweiten Tag lagen mein Mann, meine Tochter Lilly und ich mit Magen-Darm-Problemen im Bett", klagt Andrea Pfeifer. Sie hatte am schlimmsten unter der Erkrankung zu leiden und konnte das Hotelzimmer mehrere Tage nicht verlassen. Auch ein Besuch beim örtlichen Arzt brachte keine Klarheit. "Der Arzt wollte keine Blutuntersuchungen durchführen. Er hat uns lediglich fünf Minuten behandelt und alleine dafür 90 Euro berechnet. Anschließend verschrieb er uns Medikamente gegen die Beschwerden und das war es dann."

Schon bald wurde klar: Familie Pfeifer gehört nicht zu den einzigen Opfern. Bereits zahlreiche andere Hotelgäste hatten gesundheitliche Probleme. Mittlerweile wächst die Liste der Betroffenen immer weiter, darunter sind auch etliche Kinder. Bei einigen sollen Rota-Viren nachgewiesen worden sein. Die Hotelleitung blockte Beschwerden zunächst ab. Urlauber bekamen nach Tagen lediglich ein Schreiben, in dem man sie auf richtiges Verhalten bei einer Magen-Darm-Erkrankung aufmerksam machte: Bettruhe und viel Kamillentee. Ohne genaue Untersuchung sollen Ärzte Medikamente verschrieben haben. Mittlerweile hängen vor dem Restaurant Spender mit Desinfektionsmittel.

Das entsprechende Reiseunternehmen weist ebenfalls alle Schuld von sich. Im Gespräch mit Urlaubern gab eine Reiseleiterin allerdings zu, sie würde ankommende Gäste gerne vor der Krankheitsgefahr warnen, dürfe das aber nicht. Das Hotel erklärt, man habe Essen und Wasser im Hotel getestet, die Quelle der Erkrankungen aber nicht gefunden.

Nachdem RTL-Urlaubsreporter Ralf Benkö vor Ort eingetroffen ist, konfrontiert er den Hotelmanager. Er fordert die sofortige Information aller Urlauber über die Krankheitswelle und versteht nicht, warum viele neue Gäste offenbar nicht gewarnt werden. "Warum bieten ihnen die Veranstalter keine Umbuchung auf ein anderes Hotel an? Sind Urlauber einmal eingecheckt und erkrankt, macht ein Umzug ja keinen Sinn mehr, da dabei wiederum andere Hotels infiziert werden könnten", sagt der Reisereporter.

Seitdem das Urlaubsretter-Team die Krankheitswelle im 'Lindos Princess Beach' auf Rhodos öffentlich gemacht hat, gibt es große Resonanz. Viele Urlauber melden sich per Mail, die Liste der Betroffenen wird immer länger. Mitglieder eines Ärzte-Kongresses berichten, die Hälfte bis zwei Drittel der rund 150 Teilnehmer seien krank gewesen, sie selbst hätten als Ärzte am Tropf gehangen. Ein Professor für Chirurgie aus Salzburg mailt: "Nach Rückkehr nach Salzburg musste ich nach Rücksprache mit unserem Krankenhaus-Hygieniker zwei Tage in häusliche Quarantäne".

Urlauber, die sich jetzt aus dem Hotel melden, schreiben: "Wir sind seit Tagen gefesselt an Zimmer oder WC-Nähe...! (…) Egal mit wem man spricht, jeder leidet... Wir beschränken uns auf Salzstangen und Cola aus dem Supermarkt. Unverständlicherweise kommen fast täglich neue Urlauber. Man hat das Gefühl, das Problem wird einfach ignoriert und man hofft, es regelt sich von selbst. Vier von acht Tagen auf dem Zimmer - Urlaub stellt man sich wirklich anders vor. Wir hoffen für uns und alle anderen Urlauber, dass dieses Martyrium bald ein Ende hat..."

Erkrankte im Hotel gibt es laut Urlauberberichten also weiterhin. Veranstalter und Hotel erklären hingegen, die Krankheitswelle sei stark am Zurückgehen, die Hygienemaßnahmen im Hotel verstärkt worden. Noch warten viele Urlauber aber auf eine Zusage, kostenfrei umbuchen zu können, wenn ihre Reise in das betroffene Hotel direkt bevorsteht. Bisher erklärte lediglich Thomas Cook, Urlauber im Einzelfall kostenfrei umbuchen zu lassen, wenn deren Reise direkt bevor steht.

Für das Urlaubsretter-Team ist es nun wichtig, nachweisen zu können, wie viele Urlauber im Hotel erkrankt sind. Denn erst, wenn mehr als zehn Prozent aller Hotelgäste zusammenkommen, sehen es Gerichte als nachgewiesen an, dass das Hotel der Auslöser war. Deswegen müssen die Urlauber jetzt eine Namensliste erstellen und brauchen dabei Unterstützung. Reisereporter Ralf Benkö bittet deshalb die Zuschauer um Mithilfe: "Es wäre gut, wenn sich weitere Betroffene der Krankheitswelle im 'Lindos Princess Beach' bei uns melden. Wir bringen sie dann in Kontakt zu den anderen Urlaubern." Wer weitere Betroffene kennt, kann das Urlaubsretter-Team unter Urlaubsretter@rtl.de erreichen.