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Vermögenswirksame Leistungen - was jeder wissen sollte

Wenn der Chef uns Geld schenkt

Vermögenswirksame Leistungen - was jeder wissen sollte

Frau hält Geldgeschenk in der Hand
Bei den Vermögenswirksamen Leistungen schenkt uns der Arbeitgeber Geld.
picture alliance

von Ron Perduss

Vermögenswirksame Leistungen, kurz VL, haben vermutlich die meisten Arbeitnehmer schon mal gehört. Doch was ist das genau? Warum handelt es sich hierbei quasi um geschenktes Geld? Und für wen lohnt sich die Investition? Alles rund ums Thema – im Überblick.

Was sind Vermögenswirksame Leistungen?

Vermögenswirksame Leistungen sind zusätzliche Geldbeträge vom Arbeitgeber, die zum Vermögensaufbau genutzt werden sollen. Sie können unterschiedlich angelegt werden, zum Beispiel in einem einfachen Banksparplan, aber auch zur Tilgung eines Baukredites.

Die Höhe der Leistungen variiert von Arbeitgeber zu Arbeitgeber stark, maximal betragen sie aber 40 Euro im Monat. Wer weniger als 40 Euro bekommt, kann den Betrag selbst aufstocken.
Grundsätzlich lohnen sich Vermögenswirksame Leistungen fast immer, denn es handelt sich sozusagen um geschenktes Geld. Für einige Einkommensgruppen winken zudem staatliche Förderungen.

Da die Vermögenswirksamen Leistungen erst einmal das Bruttogehalt erhöhen, kann es sein, dass sich dein Nettogehalt geringfügig verringert.

Wie bekomme ich Vermögenswirksame Leistungen?

Frau mit Sparschwein und Haus
Wohin der Arbeitgeber die Vermögenswirksamen Leistungen überweisen soll, kann man sich selbst aussuchen.
picture alliance / dpa Themendie, Monique Wüstenhagen

Viele Arbeitnehmer haben einen Anspruch auf Vermögenswirksame Leistungen, ohne es zu wissen. Am einfachsten ist es, in der Personalabteilung oder beim Chef nachzufragen, ob der Arbeitgeber Vermögenswirksame Leistungen gewährt. Oft ist der Anspruch auch in Tarifverträgen geregelt, zum Beispiel bei größeren Konzernen oder im Öffentlichen Dienst.

Wer Anspruch auf Vermögenswirksame Leistungen hat, sollte sich zunächst überlegen, ob er den Arbeitgeberanteil aufstocken möchte. Erhält man zum Beispiel 20 Euro, kann man selbst noch einmal 20 Euro zuschießen. Der Gesamtbetrag wird dann direkt vom Monatsgehalt abgezogen und vom Arbeitgeber auf das gewünschte Finanzprodukt eingezahlt.

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Wie lege ich Vermögenswirksame Leistungen am besten an?

Wohin der Arbeitgeber die Vermögenswirksamen Leistungen überweisen soll, kann man sich selbst aussuchen. Hier gibt es zahlreiche Möglichkeiten:

Banksparplan

Der einfachste und sicherste Weg, Vermögenswirksamen Leistungen anzulegen, ist der Banksparplan. Dieser wirft aber auch am wenigsten Rendite ab!

Hier wird der Arbeitgeberanteil und gegebenenfalls der freiwillige Arbeitnehmeranteil auf ein klassisches Bankkonto eingezahlt. Meist kann man nach sieben Jahren Laufzeit über das ersparte Geld verfügen. Eine staatliche Förderung gibt es hier jedoch nicht und mit hohen Zinserträgen kann man hier derzeit leider auch nicht rechnen.

Beispiel: Wer im Monat 40 Euro anlegt und 0,10 % Zinsen erhält, hat nach sechs Jahren und einem „Ruhejahr" knapp 2.800 Euro zusammen.

Bausparvertrag

Wer plant, in der Zukunft ein Eigenheim anzuschaffen oder seine bereits vorhandene Immobilie sanieren möchte, kann die Vermögenswirksamen Leistungen in einen Bausparvertrag investieren. Nach einigen Jahren erwirbt man durch seinen Sparbeitrag das Anrecht auf ein zinsgünstiges Baudarlehen.


Baukredit tilgen

Wer einen Baukredit hat, kann die Vermögenswirksamen Leistungen direkt auf das Darlehenskonto einzahlen lassen. Das lohnt sich für Immobilienbesitzer meist immer, da die Zinsen für den Kredit in der Regel höher sind als die aktuell zu erzielende Rendite mit anderen Finanzprodukten.

Aktienfonds-Sparplan

Zugegeben, ein „ Aktienfond-Sparplan" klingt erst mal riskant und kompliziert - aber keine Panik! Hier werden die Vermögenswirksame Leistungen auf ein sogenanntes Depot eingezahlt. Der Depot-Anbieter, der sogenannte „Broker", investiert das Geld dann meist in breitgestreute Aktienfonds, zum Beispiel in die gesamte Weltwirtschaft.

Der Vorteil ist hier eine vergleichsweise hohe Rendite. Jedoch sollte man wissen, dass das Depot den aktuellen Kursschwankungen unterliegt. Man kann also nicht jederzeit Geld mit Gewinn entnehmen.

Wer als Single maximal 20.000 Euro zu versteuerndes Einkommen im Jahr hat, kann zudem von der staatlichen Arbeitnehmersparzulage in Höhe von 20 % auf maximal 400 Euro im Jahr profitieren. Dies können bis zu 80 Euro im Jahr zusätzlich sein. Bei Ehepaaren liegt die Grenze für die Förderung bei 40.000 Euro im Jahr.

Beispiel: Wer zehn Jahre lang im Monat 40 Euro anlegt, kann bei einer durchschnittlichen Kursentwicklung bis zu ca. 7.000 Euro sparen. Hier kommt es aber stark auf den gewählten Aktienfond und den Anbieter an.

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