Rätsel um ihr Verschwinden: war sie freiwillig in Frankreich?

Vermisste Isabella (16) zurück in Deutschland - Bisher keine Hinweise auf eine Straftat

08. April 2021 - 13:54 Uhr

Polizei ermittelt weiter die Umstände des Verschwindens

Seit Donnerstagmorgen befindet sich Isabella, äußerlich körperlich unversehrt, wieder in Deutschland in der Obhut ihrer Eltern im heimischen Celle (Niedersachsen). Weitere Details gibt die Polizei zur Zeit aus Gründen des Schutzes der Persönlichkeitsrechte nicht bekannt. Nach aktuellem Stand liegen bislang keine konkreten Anhaltspunkte für eine Straftat vor. Die Ermittlungen dahingehend dauern allerdings noch an. Auch das Rätsel, wie die 16-Jährige ohne Handy und Geld nach Frankreich gelangen konnte, muss die Polizei in den nächsten Tagen klären.

Die Polizei Celle hat sich in einem Statement bei allen Bürgern und Pressevertretern für das großartige Engagement, bei der Suche nach Isabella zu helfen, bedankt.

Wie Isabella gefunden werden konnte

Eine Beamtin des Bundeskriminalamts in Wiesbaden hatte einen Aufruf der Polizei Celle, der bei Facebook tausendfach geteilt worden war, gesehen und eine frappierende Ähnlichkeit zu einem Mädchen festgestellt, das am 23.03.2021 in der Nähe von Paris angetroffen worden war. Sie informierte die Polizei in Celle (Niedersachsen). Der französischen Polizei lagen zunächst falsche Personalien des Mädchens vor, so dass eine Zuordnung zur vermissten Isabella aus Deutschland nicht hergestellt wurde.

Was ist mit Isabella passiert?

Nach bisherigen Erkenntnissen muss man davon ausgehen, dass die 16-Jährige illegal nach Frankreich eingereist ist. Dort herrscht ein strenger Lockdown und die Einreise ist höchstens mit einem aktuellen negativen Corona-Test möglich, wie unser Reporter im Video berichtet. Der Teenager hatte keine Papiere dabei, konnte sich nicht ausweisen.

Das Mädchen mit dem Spitznamen "Isi" war am 22. März plötzlich beim Homeschooling spurlos verschwunden, während ihre Eltern arbeiten waren. Tagelang suchte die Polizei nach der vermissten 16-Jährigen, in einem emotionalen Facebook-Post flehten die Eltern um ein Lebenszeichen ihrer geliebten Tochter. Schließlich hielten die Ermittler auch ein Gewaltverbrechen für möglich und baten die Bevölkerung dringend um Mithilfe. Eine Sonderkommission wertete Kontakte der Jugendlichen in Chatgruppen und in sozialen Netzwerken aus. Am Dienstagabend, dem 6. April, gab es dann den ersten Hoffnungsschimmer: Isabella sei nach Polizeiangaben in Frankreich gefunden worden. Hinweise auf Facebook hätten bei der Suche geholfen. Am Mittwoch dann das Happy End: Isabellas Vater reiste zusammen mit Beamten in die Nähe von Paris, um seine Isabella nach Hause zu holen. Inzwischen ist sie zurück in Deutschland und in der Obhut ihrer Eltern.

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Illegaler Grenzübertritt und unklare Wohnsituaton

Der Lockdown lässt auch Rückschlüsse auf die Unterkunft zu: Hotels dürfen keine Touristen aufnehmen – schon gar keine Minderjährigen. Offenbar hat sie sich also sich in einer Privatwohnung aufgehalten. Bisher ist nur bekannt, dass sie im Großraum Paris aufgefunden wurde. Bei wem die 16-jährige Isabella Unterschlupf fand, ist eines der Rätsel, das die Polizei jetzt lösen muss.

Große Belastung für das junge Mädchen

Die Polizei hält sich mit Informationen sehr zurück. Ein wichtiger Grund dafür dürfte sein, dass man Isabella schützen möchte. Es heißt, dass die Situation für das Mädchen sehr belastend sei. Das ist verständlich - sie ist immerhin erst 16 Jahre alt.