Vergewaltigungsverdacht, Party-Exzesse und Alkohol in Strömen

Vorwürfe gegen Polizei-Fachhochschule in Güstrow: Das sagt ein Anwärter über die Party-Eskalation

Polizeischülerin vergewaltigt? RTL liegen Party-Bilder vor Schwere Vorwürfe gegen Fachhochschule
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Schwere Vorwürfe gegen Fachhochschule
Polizeischülerin vergewaltigt? RTL liegen Party-Bilder vor

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An der Polizei-Fachhochschule Güstrow in Mecklenburg-Vorpommern scheint es hoch herzugehen. Insider berichten von häufigen Partys, ständigen Alkoholexzessen und Ausschweifungen. Anfang Oktober soll es zu einer Vergewaltigung gekommen sein. Ein Polizei-Anwärter erhebt schwere Vorwürfe gegen die Hochschule. Der sei die Suche nach einem möglichen Maulwurf, der Infos an die Presse gebe, wichtiger, als die Probleme abzustellen.

„Innerhalb der FH wird zwar viel gesprochen, aber es wird nichts nach außen gegeben“

Polizei-Fachhochschule in Güstrow
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Der Kommissars-Anwärter, der anonym bleiben möchte, berichtet unserem Reporter am Telefon davon, dass die Presse den angehenden Polizisten eher als „Feindbild“ dargestellt werde: „Uns wurde gesagt, dass wir sehr vorsichtig mit der Presse umgehen sollen. Wenn über die Stränge geschlagen wird, besser gar nicht mit der Presse sprechen.“

Er selbst befolgt diesen Ratschlag nicht, denn für ihn steht fest, dass an der Polizei-Fachhochschule Güstrow einiges im Argen liegt. „Man sollte viel transparenter mit den Vorfällen umgehen. Innerhalb der FH wird zwar viel gesprochen, aber es wird nichts nach außen gegeben“, kritisiert er.

Auch werde Druck auf die Studierenden ausgeübt. „Zum einen wird natürlich mit dem Ausschluss aus der Gemeinschaft der Polizisten gedroht“, sagt er. Aber auch konkret mit Beendigung der Ausbildung und damit dem Ausschluss aus der Polizei.

„Jedes Fehlverhalten wird verfolgt und geahndet“

Polizeihochschule
Polizeihochschule

Der junge Polizist, der die Hochschule seit 2018 besucht, glaubt: „Hier herrscht Angst, man könnte das Gesicht verlieren.“ Zwar seien „die Dinge bekannt, aber es wird nichts unternommen.“ Die „Dinge“, das seien exzessive Partys mit lauter Musik und jeder Menge Alkohol. Er habe nichts dagegen, wenn gefeiert werde – aber nicht ständig und nicht so ausufernd. „Es sind längst nicht alle so, aber wir können nicht lernen, wenn dauernd solche Partys gefeiert werden“, sagt er. Damit das ein Ende hat, wünscht er sich mehr Transparenz bei der Aufklärung solcher Vorfälle.

Deswegen wende er sich an die Presse und damit die Öffentlichkeit. „Mein Ziel ist es nicht, der Polizei zu schaden, sondern klarzumachen, dass es so nicht weitergehen kann“, sagt der junge Mann. Damit sich etwas ändert.

Seitdem er an der Schule sei, habe es immer wieder wilde Feste gegeben. Die Stimmung sei recht locker, es werde viel Alkohol getrunken, laut Musik gehört und gegrölt. Vollgekotzte Flure seien keine Seltenheit. Einmal habe es eine Verfolgungsjagd eines betrunkenen Schülers auf dem Gelände gegeben.

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„Den im Raum stehenden Vorwürfen geht die Fachhochschule konsequent nach"

Die Hochschule äußert sich bislang lediglich schriftlich. „Den im Raum stehenden Vorwürfen geht die Fachhochschule konsequent nach und wird jedes Fehlverhalten, das sich bestätigt, verfolgen und ahnden. Liegen Dienstpflichtverletzungen vor, werden Disziplinarverfahren eingeleitet, die zur Entlassung aus dem Beamtenverhältnis und damit zur Beendigung von Ausbildung und Studium führen (können)“, heißt es.

Man akzeptiere nicht, „dass einzelne Anwärterinnen und Anwärter mit ihrem Fehlverhalten den Ruf aller Nachwuchskräfte, die in Güstrow ausgebildet werden, nachhaltig schädigen.“