Betrüger schicken hohe Fake-Rechnungen

Achtung, Abzocke! Verbraucherschützer warnen vor Telefonsex-Masche

Telefonkunden werden derzeit mit einer miesen Betrugsmasche abgezockt. (Symbolbild)
Telefonkunden werden derzeit mit einer miesen Betrugsmasche abgezockt. (Symbolbild)
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13. März 2021 - 17:39 Uhr

Gefälschte Rechnungen für Telefonsex-Dienste

Verbraucherschützer warnen vor einer alten Abzock-Masche, die Betrüger gerade neu für sich entdeckt haben: Sie versuchen, Verbraucher mit gefälschten Rechnungen für Telefonsex-Dienste abzuzocken. Dazu bekommen Telefonkunden hohe Rechnungen für entsprechende Dienste zugeschickt, die sie angeblich in Anspruch genommen haben sollen. So sollten Betroffene reagieren.

Rechnungen starten bei etwa 90 Euro

Immer mehr Verbraucher haben Rechnungen für Telefonsex-Dienste im Briefkasten, die sie genutzt haben sollen, so das Europäischen Verbraucherzentrum Deutschland. In diesen Rechnungen werde blumig umschrieben von "Service für Erwachsene" gesprochen, wie der Bayerische Rundfunk berichtet.

Meist handele es sich zunächst um Rechnungen über etwa 90 Euro, mit Mahngebühren und Verzugszinsen würden diese später auf rund 190 Euro erhöht werden. "Einige Verbraucher haben uns aber auch von 700 bis 800 Euro berichtet", wird Peter Koop vom Europäischen Verbraucherzentrum Deutschland vom Bayerischen Rundfunk zitiert.

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Manche Betroffene haben Ping-Anrufe erhalten

Laut der Verbraucherschützer seien die Betroffenen jedoch sicher, gar nicht oder irrtümlich nur ganz kurz mit den Telefondiensten in Kontakt gekommen zu sein. Manche berichteten, sogenannte Ping-Anrufe erhalten zu haben, bei denen eine Nummer auf dem Festnetztelefon oder Smartphone erschienen sei. Diese hätten sie aus Neugier zurückgerufen, es aber nur kurz klingeln lassen.

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Betroffene sollten sich aktiv wehren

Wie die Betrüger an die Telefonnummern und Adressen ihrer Opfer kommen, ist bisher unklar. Den Verbraucherschützern zufolge sitzen sie in vielen Fällen in Tschechien. Betroffene sollten die gefälschten Rechnungen aber nicht einfach wegwerfen: Wer gar nicht reagiert, müsse damit rechnen, immer mehr Mahnungen zu erhalten – bis hin zum Inkasso-Schreiben.

Idealerweise sollte man schon beim ersten Schreiben reagieren, um den Ärger möglichst direkt einzudämmen. Dazu sollte die Forderung widerrufen werden, indem man die angebliche Firma kontaktiert und sich beschwert. Gibt es dann noch Probleme, kann man beim Europäischen Verbraucherzentrum Deutschland kostenfrei Hilfe in Anspruch nehmen.

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Vorsicht bei Briefen, Mails und Anrufen von Unbekannten

Grundsätzlich solle man vorsichtig sein, wenn man Anrufe, Briefe oder E-Mails von Unbekannten erhält, warnen Polizei und Verbraucherverbände. Auch wenn angebliche Gewinnmitteilungen oder Angebote noch so seriös wirken – oft wollen Betrüger hier nur an die Daten ihrer Opfer gelangen.