Er lag mit seiner Freundin im Bett

Kugel durchschlägt Wand: Astrophysiker (32) versehentlich erschossen

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© AP

24. Januar 2022 - 10:13 Uhr

Querschläger tötet Wissenschaftler aus England

Es sollte der Beginn eines dreimonatigen Besuchs bei seiner Freundin in den USA werden. Stattdessen starb Matthew Willson schon drei Tage nach seiner Ankunft in Brookhaven. Der Astrophysiker aus Surrey in England wurde kurz nach dem Aufwachen im Bett von einer Kugel getroffen. Doch die Waffe war gar nicht auf ihn gerichtet – sondern mehrere Dutzend Meter weit weg.

30 Minuten lang schießt jemand wahllos mit einer Pistole umher

Matthew Willson und seine Freundin Katherine Shepard wachen gerade auf, als plötzlich eine Salve von Schüssen im Apartmentgebäude nebenan abgegeben wird. Über 20 bis 30 Minuten feuert jemand unkontrolliert mit einer Waffe umher. Obwohl die Gebäude mehrere Meter auseinander stehen und durch Büsche und Bäume getrennt sind, treffen die Kugeln auch das Gebäude, in dem das Pärchen liegt. Einer der Querschläger durchbricht mehrere Holzwände – und trifft Matthew Willson mitten in den Kopf. Seine schockierte Freundin kann nichts weiter tun, als ihn in den Armen zu halten und auf den Notarzt zu warten. "Ich hielt ihn über 20 Minuten fest, während wir auf die EInsatzkräfte warteten. Währenddessen wurden noch viele weitere Schüsse abgegeben."

"Ich habe ihn vom Flughafen abgeholt. Einen Tag später ist er tot"

Matthew Willson und Katherine Shepard hatten sich während des Studiums an der Universität von Georgia kennengelernt und waren seit drei Jahren zusammen – zuletzt führten sie eine Fernbeziehung. Willson hätte eigentlich drei Monate bei seiner Freundin bleiben sollen. Doch am dritten Tag seines Aufenthalts beendet eine Tragödie jäh die Beziehung. "Ich habe ihn vom Flughafen abgeholt und war mit ihm in seinem Lieblingsrestaurant. Einen Tag später ist er nicht mehr da", so Katherine Shepard zum US-Fernsehsender WSBTV.

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Polizei ermittelt wegen Totschlags

Die Polizei geht aktuell davon aus, dass die Schüsse vom Gebäude nebenan abgegeben wurden – ohne das Ziel, jemanden zu treffen. Nachbarn sollen ausgesagt haben, dass schon öfter jemand einfach "herumgeballert" habe – jedoch nie so lange und mit so vielen Schüssen.

Matthew Willson hatte offenbar großes Pech, denn die Kugel sei mehrere Meter weit geflogen und habe eine Holzwand durchbrochen, heißt es von der Polizei. "Auch wenn wir glauben, dass es versehentlich auf Mr. Willson geschossen wurde, ist es doch sehr rücksichtsloses Verhalten. Sollten wir einen Verdächtigen finden, werten wir das ganze als Mord oder Totschlag", so der leitende Polizeibeamte. (vdö)