Mutter kocht vor Wut

Junge (2) mit Asthma aus Flugzeug geworfen - weil er hustete und die Maske verrutschte

Amanda Pendarvis mit ihrem Sohn auf dem Schoß im Flugzeug.
Amanda Pendarvis mit ihrem Sohn auf dem Schoß im Flugzeug.
© Instagram/manasaywhaa

19. September 2021 - 9:38 Uhr

Mutter und Kind erleben Tortur in „American Airlines“-Flugzeug

Drei Polizisten eskortierten Amanda Pendarvis und ihren zweijährigen Sohn Waylon aus einem "American Airlines"-Flugzeug. Der Grund laut Fluggesellschaft: Das Kind habe keinen auf Flügen verpflichtenden Mund-Nasen-Schutz tragen wollen. Doch nun meldet sich die Mutter mit einem wütenden Post auf Instagram. Sie behauptet, ihr kleiner Waylon habe einen Asthmaanfall bekommen und so stark gehustet, dass seine Maske verrutschte. Die Flugbegleiter hätten kein Mitleid gekannt.

Mutter sarkastisch: "Kleines Monster aus dem Flugzeug geworfen"

"Danke für deinen Mut, Carl auf Flug AA 1284. Du hast wirklich Haltung gezeigt und dieses kleine Monster aus dem Flugzeug geworfen", schrieb Amanda sarkastisch auf ein Video in ihrer Instagram-Story. Sie meint offensichtlich den Flugbegleiter, der die Polizei kurz vor dem Start verständigte, weil der kleine Waylon wegen seiner Asthmaerkrankung durchgehend hustete und seine Maske nicht vorschriftsgemäß tragen konnte.

Auf den Videos ist Amanda in einem Flugzeug zu sehen. Der kleine Waylon sitzt mit Maske auf ihrem Schoß, er weint und hustet, sie versucht ihn vergeblich zu beruhigen. In der nächsten Szene versucht sie ihm eine andere Maske aufzusetzen, auch das klappt nicht. Dann folgt ein Foto, auf dem der Zweijährige mit einem kindergerechten Asthmaspray zu sehen ist.

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Maskenpflicht für alle Fluggäste ab zwei Jahren

Die Mutter versuchte verzweifelt ihrem Kind eine Maske aufzusetzen.
Die Mutter versuchte verzweifelt ihrem Kind eine Maske aufzusetzen.
© Instagram/manasaywhaa

Der Vorfall soll sich nach Angaben der Mutter und der Fluggesellschaft am 13. September auf dem Flug von Dallas nach Colorado ereignet haben.

Auf Flügen gelte derzeit eine Maskenpflicht für alle Fluggäste ab zwei Jahren, schreibt das Nachrichtenportal "Independent". Die Maske darf nur zum essen und trinken abgenommen werden, oder bei Vorlage eines ärztlichen Attests zur Befreiung der Maskenpflicht.

Das Problem: Eine Ausnahme muss vor einem Flug mit "American Airlines" online beantragt werden. Das wusste Amanda aber nicht, dabei besitzt Waylon eine entsprechende Bescheinigung eines Arztes, behauptet sie.

Mutter: "Ich lehne eine Maske doch nicht ab"

Von diesen Polizisten soll die Mutter aus dem Flugzeug eskortiert worden sein.
Von diesen Polizisten soll die Mutter aus dem Flugzeug eskortiert worden sein.
© Instagram/manasaywhaa

Die Flugbegleiter seien "wirklich sehr böse und geladen" gewesen, schreibt Amanda bei Instagram. Einer habe sogar über die Gegensprechanlage zu allen Passagieren gesagt: "Es tut mir leid für die Verspätung, aber wir haben es mit einem nicht konformen Reisenden zu tun", zitiert ihn Amanda.

Ein "schrecklicher und erniedrigender Moment" für die junge Mutter. "Ich lehne eine Maske doch nicht ab", schreibt Amanda. Sie habe sogar versucht, ihrem Sohn die Maske vor den Mund zu halten, aber es habe einfach nicht geklappt.

"Ich habe wirklich keine Worte dafür. Es war ihm egal, dass mein Kind durch sein Asthma buchstäblich hyperventilierte." Außerdem hätte sie auch einen negativen Corona-Test vorgezeigt, aber auch das soll den Flugbegleiter nicht interessiert haben, wirft sie diesem vor.

Passagiere sollen sich hinter Mutter und Kind gestellt haben

American Airlines äußerte sich laut "Independent" zu dem Vorfall am Donnerstag: Das Flugzeug sei nach einem Vorfall vor dem Abflug von Dallas-Fort Worth zum Gate zurückgefahren. Eine Gruppe sei dort ausgestiegen, die sich weigerte, den Anweisungen der Besatzungsmitglieder zu folgen. Alle Passagiere hätten daraufhin das Flugzeug verlassen und in ein anderes Flugzeug umsteigen müssen.

Wie Amanda weiter schreibt, hätten sich die meisten Passagiere hinter die Mutter und ihr Kind gestellt. Sie selbst habe die Flugbegleiter nicht attackiert, vielmehr sei es der Mann hinter ihr gewesen. "Er stellte sich dem Steward entgegen und nannte das alles 'wahnsinnig' und 'lächerlich'", so Amanda.

Inzwischen ging ihr Instagram-Post viral. Am Freitag postete sie viele unterstützende Kommentare in ihrer Story. Bislang hat sich American Airlines dazu nicht geäußert. (mor)