Ermittler sind schockiert

Horror-Eltern sperren Söhne tagelang ohne Licht und Wasser im Keller ein

Dieses Paar aus dem US-Bundesstaat Pennsylvania soll seine Söhne gequält haben und wurde verhaftet.
Dieses Paar aus dem US-Bundesstaat Pennsylvania soll seine Söhne gequält haben und wurde verhaftet.

10. Mai 2021 - 14:31 Uhr

"Einer der schlimmsten Fälle von Kindesmissbrauch, die wir je gesehen haben"

Es muss eine Erlösung für diese Kinder sein, aus den Fängen ihrer Eltern befreit zu sein. Richard H. (37) und seine Verlobte Natosha B. (26) wurden im US-Bundesstaat Pennsylvania verhaftet, weil sie ihre drei Kinder im Alter von sieben, zehn und elf Jahren systematisch misshandelt haben sollen. Ein entsetzter Ermittler der Allegheny County Police sprach von einem "der schlimmsten Fälle von Kindesmissbrauch, die wir je gesehen haben". Die Kinder wurden im Haus des Paares in fensterlosen Räumen festgehalten und im Auto regelrecht angekettet.

Sie nannten ihr Gefängnisse "das Loch" und "die Zelle"

In diesem unscheinbaren Haus rechts im Dorf Mount Oliver sollen die Kinder im Keller gefangen gehalten und gequält worden sein.
In diesem unscheinbaren Haus rechts im Dorf Mount Oliver sollen die Kinder im Keller gefangen gehalten und gequält worden sein.

Die Misshandlungen kamen ans Licht, weil sich der elfjährige Junge nach dem Unterricht in der Francis McClure-Grundschule im Städtchen White Oak in der Region Pittsburgh weigerte, in das Auto seines Vaters einzusteigen. Schulbeamte entdeckten in dem Wagen außer dem Paar noch zwei weitere Kinder. Die beiden Jüngeren saßen auf dem Rücksitz, sie waren mit Handschellen gefesselt. Eine Befragung der Kinder ergab, dass die drei von ihren Eltern über einen langen Zeitraum gequält wurden.

Aus Gerichtsprotokollen geht hervor, dass die Jungs manchmal tagelang in Kellerräumen eingeschlossen wurden, die sie "The Cell" (deutsch: die Zelle) und "The Hole" (das Loch) nannten.

Dort gab es weder Licht noch Wasser, keine Kissen und keine Matratze. Ihre Notdurft mussten die Kinder in einen Eimer verrichten. Der Jüngste sagte der Polizei, H. habe ihn mit einem Gürtel in Händen ins Gesicht geschlagen. Einmal habe er seinen Kopf unter Wasser gehalten.

Nachbarn ahnten etwas, aber niemand halft

Bei einer Hausdurchsuchung wurden US-Medien zufolge "bestätigende Beweise" gefunden. Nachbarn des Paares in der Kleinstadt Mount Oliver äußerten sich entsetzt, allerdings nicht weiter überrascht. Man habe die Kinder selten draußen gesehen, dafür häufiger Schreie aus dem Haus gehört, wenn sie geschlagen wurden. Allerdings hat nie jemand die Polizei alarmiert.

Die beiden älteren Kinder sind leibliche Söhne des Mannes, das jüngste ist das leibliche Kind von Natosha B. Die Kinder wurden dem Jugendamt übergeben. H. und B.s sitzen in Untersuchungshaft und warten auf ihren Prozess. Die Anklage lautet unter anderem auf schwere Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Gefährdung des Kindeswohls.