"Sehe nicht ein, mich einsperren zu lassen, weil ich mich verteidige.“

"Ungerecht!" Drachenlord meldet sich nach Urteil zu Wort - und schießt gegen seine Hater

Der YouTuber "Drachenlord" wurde wegen Körperverletzung verurteilt.
Der YouTuber "Drachenlord" wurde wegen Körperverletzung verurteilt.
© News5

22. Oktober 2021 - 19:51 Uhr

Drachenlord mit erstem Video nach Gerichtsurteil

Das Urteil gegen ihn? "Ungerecht." Seine Hater? "Witzfiguren." Ein Nervenzusammenbruch? "Wohl kaum". YouTuber "Drachenlord" hat sich einen Tag nach dem Gerichtsurteil gegen ihn in einem Video zu Wort gemeldet. Teilweise zeigt sich Rainer W. darin reumütig – er schießt aber auch gegen seine Gegner und die Justiz.

Drachenlord: „Keine Möglichkeit mich zu verteidigen"

Das Urteil habe ihn "nicht wirklich überrascht", sagt W. in dem auf seinem Kanal veröffentlichten Video. Dennoch sei die gegen ihn verhängte Haftstrafe "ungerecht, weil ich mich verteidige." "Ich wurde mit Messern und Schlagstöcken angegriffen und trotzdem stehe ich vor Gericht", so der YouTuber weiter. "Ich sehe nicht ein, mich einsperren zu lassen, weil ich mich verteidige."

Was passiert sei, sei zwar "scheiße", räumt der "Drachenlord" in seiner Botschaft ein. Allerdings sehe er "keine Möglichkeit, mich zu verteidigen." "Es ist frustrierend, wenn man nicht weiß, wie man sich verteidigen soll", so W.

Drachenlord über Hater: "Witzfiguren"

Die beiden Medizinstudenten, die vor Gericht gegen W. ausgesagt hatten, bezeichnete der umstrittene Streamer als "Witzfiguren". Auch das Gericht und die Staatsanwaltschaft bekamen zudem ihr Fett weg: Deren Wortwahl habe er als "beleidigend" empfunden, so W. Er sei kein "Bewährungsversager", wie vor Gericht behauptet.

Dass er einen Nervenzusammenbruch erlitten habe, wie von manchen seiner Hater behauptet, stritt der 32-Jährige zudem vehement ab. "Wohl kaum", sagte W. zu den Gerüchten. Er sei bei dem Gerichtstermin in Nürnberg nur sehr müde gewesen, da er zuvor mehr als 30 Stunden am Stück nicht habe schlafen können.

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Gericht verurteilt Drachenlord zu Gefängnisstrafe

Demonstration gegen "Drachenlord"
Vor dem Haus von Rainer W: kam es immer wieder zu Aufläufen von so genannten Hatern.
© deutsche presse agentur

W. war am Donnerstag wegen Körperverletzung zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt worden. Er hatte vor Gericht unter anderem eingeräumt, einen Mann mit einer Taschenlampe verletzt und einen anderen mit einem Backstein beworfen zu haben.

Bereits im September 2019 war der YouTuber wegen Körperverletzung verurteilt worden. Wegen einer Pfefferspray-Attacke sprach das Gericht damals eine Bewährungsstrafe über sieben Monate gegen ihn aus.

Richterin mit deutlichen Worten: "Das finde ich ekelhaft!"

Der "Drachenlord" wird bereits seit Jahren immer wieder von seinen so genannten Hatern bei sich zu Hause aufgesucht und provoziert. Dabei kam es in der Vergangenheit mehrfach zu Auseinandersetzungen. Die Polizei spricht sogar von "terrorähnlichen Zuständen". W. hatte seine Adresse 2014 in einem Video öffentlich gemacht.

"Dieses Verfahren ist ein trauriges Beispiel dafür, welche Folgen Hass und Mobbing im Internet haben", erklärte die Richterin bei der Urteilsverkündung. Der Angeklagte sei Täter und Opfer zugleich. "Es kann nicht angehen, dass Leute sich ergötzen, jemand anderen psychisch so fertig zu machen, mit dem Ziel, ihn in den Knast zu bringen und sich hinterher damit zu brüsten, man würde es für das Gemeinwohl machen. Das finde ich ekelhaft."

W.s Verteidiger hatte vor Gericht erklärt, dass sein Mandant sein Haus in Altschauerberg inzwischen verkauft habe und aus dem Ort wegziehen wolle. Zudem habe dieser angekündigt, im Internet fortan anders auftreten zu wollen. Die Staatsanwaltschaft wollte sich dennoch nicht auf eine erneute Bewährungsstrafe für den Angeklagten einlassen. (jda)