Der Kampf ums Überleben

Schlangenaal platzt durch Kehlkopf eines Vogels

Beim Reiher hat der Schlangenaal den Kehlkopf durchbohrt, um nicht verdaut zu werden und in der Hoffnung, freizukommen.
Beim Reiher hat der Schlangenaal den Kehlkopf durchbohrt, um nicht verdaut zu werden und in der Hoffnung, freizukommen.
© Jam Press

12. November 2020 - 9:51 Uhr

Schlangenaal kämpft um sein Leben

Wie heftig ist dieses Foto, bitte? Ein Schlangenaal platzt durch den Kehlkopf eines Reihers – mitten im Flug. Der Schlangenaal wollte auf keinen Fall lebendig gefressen werden, deshalb kämpfte er mit aller Kraft, im wahrsten Sinne des Wortes, um sein Leben.

350 verschiedene Schlangenaal-Arten

Der 58-jährige Ingenieur Sam Davis aus Maryland in den USA machte den Schnappschuss. Der Reiher muss den Schlangenaal kurz zuvor gefangen und lebendig gefressen haben. Es gibt etwa 350 verschiedene Schlangenaal-Arten. Die meisten werden 20 bis 30 Zentimeter lang. Raubtiere können ihre schmalen Körper einfach schlucken, ohne sie zu verletzen.

Schlangenaale verbringen den größten Teil ihres Lebens im weichen Sand auf dem Meeresboden. Dort graben sie sich mit der Schwanzspitze in den weichen Boden. Wenn sie verschluckt werden, wenden sie den gleichen Trick an und brechen den Jägern die Magenwand. Beim Reiher setzte der Schlangenaal seinen Mechanismus offenbar am Kehlkopf ein, um nicht verdaut zu werden und in der Hoffnung, freizukommen.

Überlebenskunst für die Flucht aus dem Magen

"Anfangs dachte ich, der Reiher sei von einer Schlange oder einem Aal in den Hals gebissen worden", erzählt Davis der "Sun". "Als ich nach Hause kam und die Fotos bearbeitete, konnte ich sehen, dass es ein Aal war, der durch seinen Hals kam. Ich konnte seine Augen sehen und er lebte noch."

Meistens endet dieser Trick der Schlangenaale dann doch tödlich. Anfang des Jahres veröffentlichten Wissenschaftler in einer Studie, dass es Hinweise darauf gebe, dass Schlangenaale sich durch die Magenwände von Raubtieren bohren. Und hier nun der Beweis also, dass sie ihre Überlebenskunst, die sie sonst in der Natur anwenden, auch für ihre Flucht aus dem Magen eines Raubtieres verwenden.