Weg von den rassistischen Stereotypen

"Uncle Ben's" heißt bald anders - auch das Werbegesicht soll verschwinden

32A26E0031FBD064.jpg
© AP, Rogelio V. Solis, RVS

24. September 2020 - 12:06 Uhr

Nach 60 Jahren mit "Onkel" Ben

Die Reismarke "Uncle Ben's" will ihren stereotypen Markennamen in "Ben's Original" ändern. Außerdem soll das Bild des lächelnden Schwarzen Mannes mit grauen Haaren von der Verpackung verschwinden. Grund sei eine Forderung des Besitzers von Mars Food im Juni gewesen, die Marke zu überdenken, als weltweite Proteste über Polizeigewalt und Rassismus in den Fokus rückten. Dies berichtet die britische BBC.

Jahrzehntelang die beliebteste Reismarke in den USA

"Uncle Ben's" kam in den 1940er Jahren auf den Markt und war für Jahrzehnte die am besten verkaufte Reismarke in den USA. Das Marketing des Unternehmens wurde allerdings mehrfach für seine rassistischen Stereotype kritisiert. Die Bezeichnung "Uncle" und die Bebilderung stießen Kritikern als dienerhafte und abwertende Symbolik auf, die an die Ära der Sklaverei in den Vereinigten Staaten erinnere. Denn Titel wie "Tante" und "Onkel" wurden in den US-Südstaaten vor allem zu Zeiten der sogenannten Rassentrennung früher genutzt, um Schwarze Menschen anzusprechen, anstatt das formalere und respektvolle "Miss" oder "Mister" zu benutzen.

Ein Farmer soll den Namen inspiriert haben

Der Name "Uncle Ben's" soll durch einen texanischen Farmer inspiriert gewesen sein, der für seinen qualitativ hochwertigen Reis bekannt war. Das Unternehmen habe dann einen Oberkellner eines schicken Restaurants in Chicago gefragt, als das Gesicht der Marke aufzutreten. 1947 startete die Marke mit dem Verpackungsdesign, auf dem der lächelnde Frank Brown zu sehen war.

Neue Verpackung soll 2021 in die Läden kommen

"Wir verstehen, dass Ungerechtigkeiten mit dem Namen und dem Gesicht der vorherigen Marke assoziiert wurden", meldete Mars. "Und wie wir im Juni angekündigt haben, haben wir uns der Änderung verpflichtet." Im Jahr 2021 soll die neue Verpackung in die Läden kommen. Außerdem will Mars Schwarze Köche mit einer Spende von zwei Millionen US-Dollar für Stipendien unterstützen und 2,5 Millionen US-Dollar in Greenville, Mississippi investieren, wo der Reis hergestellt wird.