2G im Einzelhandel

Geschäfte des täglichen Bedarfs: In diesen Läden dürfen Ungeimpfte noch einkaufen gehen

09. Dezember 2021 - 9:01 Uhr

2G-Regel jetzt auch im Einzelhandel

Nachdem der Bund-Länder-Gipfel harte Maßnahmen beschlossen hat, um die vierte Corona-Welle zu brechen, steht fest: Es wird bundesweit 2G eingeführt, der Druck auf Ungeimpfte wächst. Die neuen Regeln gelten auch für den Einzelhandel, Ungeimpfte dürfen nur noch Geschäfte des täglichen Bedarfs betreten.

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Das sind die "Geschäfte des täglichen Bedarfs"

Mit der Umsetzung der bundesweiten 2G-Regel wird nächste Woche gerechnet, die Bundesländer arbeiten noch an den konkreten Verordnungen. Die Pläne stehen aber schon fest: Einen Überblick über die neuen Corona-Regeln der einzelnen Bundesländer finden Sie in diesem Artikel. Damit werden Ungeimpfte vom öffentlichen Leben teilweise ausgeschlossen, viele Veranstaltungen und Geschäfte sind nur noch für Geimpfte und Getestete (2G) geöffnet.

Lese-Tipp: Ungeimpfte kommen nicht mehr in Geschäfte – so läuft die Kontrolle

Ausgenommen von der 2G-Regel sind Geschäfte, die den täglichen Bedarf decken. Darunter fallen folgende Geschäfte:

  • Abhol- und Lieferdienste
  • Apotheken
  • Babyfachmärkte
  • Bäckereien
  • Banken und Sparkassen
  • Buchhandlungen (je nach Bundesland)
  • Drogerien
  • Direktvermarkter von Lebensmitteln
  • Einzelhandel für Lebensmittel
  • Fahrradwerkstätten
  • Futtermittelmärkte
  • Getränkemärkte
  • Großhandel
  • Hörgeräteakustiker
  • Kfz-Werkstätten
  • Optiker
  • Poststellen
  • Reformhäuser
  • Reinigungen
  • Sanitätshäuser
  • Tankstellen
  • Tierbedarfsmärkte
  • Waschsalons
  • Wochenmärkte für Lebensmittel
  • Zeitungsverkauf

Diese Geschäfte müssen entsprechend am Eingang auch nicht kontrollieren, ob die Kunden Geimpft oder Genesen sind.

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Kritik an 2G-Regeln für Einzelhandel

Die Einführung der bundesweiten 2G-Regel für den Einzelhandel sorgt für teilweise heftige Kritik. So schimpfte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth, Bund und Länder versuchten, "auf dem Rücken des Handels die Versäumnisse in der staatlichen Impfkampagne zu kaschieren". Dabei sei die Ansteckungsgefahr in den Läden dank der funktionierenden Hygienekonzepte und der Maskenpflicht gering. Ausgerechnet in der umsatzstärksten Zeit würden viele Händler aus rein symbolischen Gründen massiv eingeschränkt. Er verlangte deshalb: "Die Bundesregierung muss die drohenden Verluste bei vielen stationären Händlern jetzt konsequent auffangen. Die bisherigen Fixkostenzuschüsse reichen dafür bei weitem nicht aus."

In den Regionen, wo jetzt schon die 2G-Regel gilt, also nur Geimpfte und Genesenen in die Geschäfte dürfen, verzeichnen die Textil- und Schuhhäuser nach Angaben des Handelsverbandes Textil Schuhe und Lederwaren (BTE) Umsatzeinbußen von 30 bis 50 Prozent. Da die Kosten unverändert blieben, lande der betroffene Handel damit "zwangsläufig in den roten Zahlen", klagte BTE-Präsident Steffen Jost. "Ein vollumfänglicher Ersatz des entstandenen Schadens ist vor diesem Hintergrund das Mindeste, was wir von der Politik verlangen!", forderte er.

Auch aus Sicht von Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger belasten 2G-Regeln im Einzelhandel die Branche unverhältnismäßig. "Der Handel darf nicht ein rechtlich fragwürdiges Sonderopfer werden", teilte Dulger am Donnerstag mit. "Eine 2G- oder 2G-plus-Regelung, die lediglich dazu dient, einen Lockdown als Begriff zu vermeiden, aber wie ein Lockdown wirkt, schafft eher Unsicherheit, aber kaum mehr Infektionsschutz." (dpa/aze)

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