Ulrike Röseberg: "Traurig, Annette sterben zu lassen!“

Im zweiten Teil des Abschiedsinterviews verrät Ulrike Röseberg, was sie bei AWZ am meisten vermissen wird und welches ihre Lieblingsgeschichten mit Annette waren.
Wen oder was wirst du am meisten vermissen?
Ich glaube, ich werde den Alltag am Set vermissen, mit all den Freunden, die ich gewonnen habe. Und ich kann sagen, was ich nicht vermissen werde: Ich werde keinen Kostümwechsel vermissen, ich werde nicht vermissen, jeden Tag zu wissen, dass man fünf Bücher für die Woche auf dem Tisch hat, die man alle noch nicht gelesen hat.
Gibt es jemanden, der dir im Laufe der Jahre besonders ans Herz gewachsen ist?
Zum einen André (Ingo Zadek), weil ich mit ihm am allermeisten zusammengearbeitet habe, zum anderen auch Julie (Juliette Menke), die mich lange begleitet hat. Auch Tatjana (Simone Steinkamp) ist eine gute Freundin geworden, auch wenn wir nie viel miteinander gedreht haben.
Was waren die Dinge, die dich bei AWZ am meisten beeinflusst haben?
Ich bin hier erwachsen geworden, bin reifer geworden und habe viel über mich gelernt in Bezug auf Beziehungen, Verantwortung und Freiheit. Ich bin hier erst so richtig in meinem Beruf angekommen. Jetzt habe ich keine Hemmungen mehr zu sagen, ich bin Schauspielerin, weil ich mich wirklich vor der Kamera freigespielt habe. Man sagt, auch beim Theater braucht man mindestens fünf Jahre, um sich freizuspielen. AWZ war in der Hinsicht einfach eine riesengroße Spielwiese für mich.
Welche Szene ist dir besonders in Erinnerung oder welcher Handlungsstrang war dein liebster?
Diese ganze Ingo-Lena-Annette-Story: Wie Annette und Ingo zusammengekommen sind, das hat mir gefallen. Aber dann auch immer wieder aus Alltagsgeschichten etwas Besonderes zu machen, das hat mir ebenfalls großen Spaß gemacht zu spielen. Es gab natürlich auch einige krasse Szenen, Annette wurde am Imbiss überfallen, wurde sexuell belästigt und war in einer Kiste eingesperrt - diese Momente sind mir auch noch in guter Erinnerung geblieben.
Was nimmst du von Annette mit?
Ich hoffe, dass ich einen Mantel von Annette mitnehmen kann. Ich werde sie echt vermissen, weil ich sie sehr mochte, der Abschied von ihr ist furchtbar. Ich habe da eine Person erschaffen und muss sie nun in den Tod führen. Das fällt mir unglaublich schwer. Allein die Vorstellung, dass Annette und Ingo nie wieder ein Paar sein werden, ist schrecklich.
Worum beneidest du Annette?
Ich glaube, dass sie eine unfassbare Lebensfreude und einen unantastbaren Optimismus hat, den ich teilweise privat auch habe, aber nicht ganz so stark wie sie.
Interview: Zeitschrift IN



