Parkgebühren schießen in die Höhe

Tübingen: SUV-Fahrer bezahlen bald das Sechsfache

Ein Schild weist in der Innenstadt Tübingens auf ein Parkgebiet für Bewohner hin.
Parkgebühren in Tübingen erhöhen sich um ein vielfaches.
Marijan Murat, deutsche presse agentur

Parkgebühren explodieren

Parken in Tübingen wird deutlich teurer. Und erst recht für diejenigen, die ihren SUV abstellen wollen. Wie die „Stuttgarter Zeitung“ berichtet, vervierfacht sich die jährliche Gebühr für das Parken in der süddeutschen Stadt. Wer ein schweres Auto fährt, muss nochmal 60€ drauflegen.

Parken in Innenstädten bald nicht mehr einheitlich

Wer in der Innenstadt wohnt und dort parken möchte, besitzt im besten Fall einen Anwohnerparkplatz. Dafür haben Autofahrer in Deutschland bis vor kurzem generell rund 30 Euro im Jahr bezahlt. Die Landesregierung Baden-Württemberg hatte vor zwei Monaten ermöglicht, dass Kommunen ihre Gebühren selbst bestimmen dürfen. Die Stadt Tübingen setzt diese Möglichkeit nun als erste Stadt des Südwestens um. Und vervierfacht die jährliche Parkgebühr für normale Autos.

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Größeres Auto, größere Parkgebühren

Am Donnerstagabend beschloss der Tübinger Gemeinderat die jährliche Gebühr auf 120 Euro anzuheben. Damit folgte er dem Votum des Klimaauschusses. Auch enthalten in dem Beschluss: Eine Gewichtsklausel. Das bedeutet: Wer ein schweres Auto parkt, bezahlt mehr.

Ab einem Gewicht von 1,8 Tonnen, bezahlen Anwohner 180 Euro jährlich. Da Elektrofahrzeuge bei gleicher Größe durch die schweren Batterien mehr wiege, werden die E-Fahrer ab 2 Tonnen stärker zur Kasse gebeten. Mit dieser Regelung soll mehr bezahlen, wer beim Parken auch mehr Platz verbraucht. Sozial Benachteiligte bezahlen mit einer Bonuscard nur die Hälfte.

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Für das Klima

Der Oberbürgermeister der Stadt, Boris Palmer, freut sich über die neue Satzung, die zum Jahresbeginn gelten soll. Die neuen Einnahmen durch die erhöhten Gebühren sollen genutzt werden, um den öffentlichen Nahverkehr auszubauen.

„In der Tat ist es uns gelungen, einen großen Schritt voranzukommen bei der Umsetzung des Klimaschutzprogramms“, zitiert die Stuttgarter Zeitung den Grünen-Politiker. Die Stadt hat das Ziel bis zum Jahre 2030 klimaneutral zu werden und erlässt deswegen viel Einzelmaßnahmen. Weitere Städte in Baden-Württemberg wollen mit der Erhöhung der Parkgebühren nachziehen. (skn)