Auswertung aus Deutschlands Kinderwunschzentren

Trotz Corona und Lockdown: Neuer Rekordwert bei künstlichen Befruchtungen

Künstliche Befruchtung
© dpa, Waltraud Grubitzsch

30. Januar 2021 - 22:39 Uhr

Behandlungszahlen brachen während des Lockdowns ein

Die Zahl der künstlichen Befruchtungen hat im Corona-Jahr 2020 einen neuen Rekordwert erreicht. Noch nie seit Anbeginn der Aufzeichnungen seien so viele Frauen in Kinderwunschzentren behandelt worden. Das geht laut der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" aus Zahlen des "Deutschen IVF-Registers" hervor.

Künstliche Befruchtungen: Besonders im Norden stark nachgefragt

Der "Sonderauswertung Covid-19" vom nationalen Register für in-vitro-Fertilisationen (IVF), die der F.A.S. exklusiv vorliegt, liegen die Behandlungszahlen aus 113 der 131 deutschen Kinderwunschzentren zugrunde. Demnach gab es in Unikliniken und Praxen im Jahr 2020 108.000 Behandlungen. Bisher habe der IVF-Rekord im Jahr 2019 bei 110.000 Behandlungen gelegen – allerdings in allen 131 Zentren zusammen. 2019 waren in den 113 ausgewerteten Zentren noch 99.000 Behandlungen gezählt worden – 2020 verzeichnete man dort ein Plus von 9,3 Prozent. Rechnet man dies auf die 18 übrigen Zentren hoch, dürfte der Rekordwert von 2019 höchstwahrscheinlich übertroffen worden sein.

Besonders gefragt seien künstliche Befruchtungen der Auswertung nach im Norden und Nordosten des Landes gewesen, also in Berlin, Brandenburg, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Wie die "F.A.S." berichtet, hätten die Zahlen jedoch auch in Rheinland-Pfalz und im Saarland über dem nationalen Durchschnitt gelegen.

Bemerkenswert sind die hohen Zahlen in 2020 auch deshalb, weil viele Praxen und Unikliniken aufgrund des Lockdowns ab März keine oder kaum Behandlungen anbieten konnten. So hätten 17 von 19 Unikliniken den Betrieb runtergefahren und auch jede vierte Praxis habe in dieser Zeit keine neuen Behandlungen vorgenommen, berichtete das Blatt. Das habe sich auch in der Statistik niedergeschlagen: Die Behandlungszahlen seien dem Bericht zufolge im März und April im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast 30 Prozent eingebrochen. Die Wende sei dann im Mai und Juni gekommen, als eine Steigerung um 27 Prozent zu verzeichnen gewesen sei.

RTL-Reporter machen den Fruchtbarkeits-Test

Auch wenn noch gar kein konkreter Kinderwunsch besteht: Spätestens mit Mitte 30 machen sich wohl die meisten Gedanken darüber, ob sie in Zukunft Eltern werden möchten oder nicht. So auch unsere Reporter Karolina Kaminska (37) und Maximilian Fassbender (35). Bei beiden ist das Thema Kinder kriegen gerade zwar nicht akut – aber wird es das in Zukunft? Und würde es bei ihnen überhaupt funktionieren? Das wollten sie herausfinden – und haben für ihr Experiment neben einem Elternpraktikum auch einen Fruchtbarkeitstest gemacht.

Wie die Tests bei unseren RTL-Reportern abliefen, zeigen wir im Video. Dort sehen Sie auch die Ergebnisse – und erfahren, warum eines davon ziemlich schockierend war.