Bürgermeister: "Solche Verbrechen sind in der Regel weit weg"

Trauerfeier in Bramsche: Gleich zwei junge Menschen starben durch Gewalt

11.03.2023, Niedersachsen, Bramsche: Ein Heft zur Gedenkfeier für die in Bramsche getöteten Verbrechensopfer liegt in der Kirche.  In Bramsche bei Osnabrück sind ein 16-Jähriger und ein paar Tage später eine 19-Jährige Opfer von Gewalttaten geworden.
Gedenkfeier für die in Bramsche getöteten Verbrechensopfer
ssd wst, dpa, Sina Schuldt

Gleich zwei Mal innerhalb weniger Tage musste die norddeutsche Kleinstadt Bramsche den Tod eines jungen Menschen beklagen. Ein 16-Jähriger und eine 19-Jährige wurden Opfer von Gewalttaten. Heute rückten die Menschen dort zusammen und gedachten der beiden jungen Leben mit einer bewegenden Trauerfeier.

Erst wird ein 16-Jähriger erschossen, dann stirbt eine 19-Jährige

Es sind furchtbare Wochen, die Bramsche hinter sich hat. Erst war am Mittwoch vergangener Woche ein 16-Jähriger aus Bramsche an den Folgen seiner Schussverletzungen gestorben. Ein 81-Jähriger, der im gleichen Mehrfamilienhaus wohnte wie der Jugendliche, hatte auf den Schüler geschossen und sich dann selbst verletzt. Wenige Tage später war am vergangenen Wochenende im Bramscher Ortsteil Pente eine 19-Jährige schwerst verletzt in der Nähe einer Schützenhalle gefunden worden. Im Krankenhaus wurde der Tod der jungen Frau festgestellt. Nun ist die Stadt zu einem Trauergottesdienst zusammengekommen.

Pahlmann: "Solche Verbrechen sind in der Regel weit weg"

Bürgermeister Heiner Pahlmann hielt eine emotionale Rede, die vor allem ein Ziel hatte: Zusammenhalt beschwören. Vor allem an die jugendlichen Teilnehmer wandte er die Worte: „Niemand in Bramsche muss Angst davor haben, alleine vor die Türe zu gehen. Gleichzeitig muss sich in Bramsche niemand alleine fühlen.“ Er sprach von der Fassungslosigkeit der vergangenen Zeit, der Bestürzung. „Solche Verbrechen sind in der Regel weit weg. Plötzlich tauchen sie auch in Bramsche auf.“ Ein Gefühl der Lähmung hätte sich über die Stadt ausgebreitet.

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Applaus für Einsatzkräfte

Auffällig viele Einsatzkräfte erwiesen den beiden Opfern ihre letzte Ehre. Polizei, Notfallseelsorger, Feuerwehr, Malteser, Rettungsdienst. Zum Ende des Gottesdienstes gab es mehrere Runden Applaus für alle, die alles dafür gegeben haben, damit in Bramsche so etwas ähnliches wie Normalität einkehrt. Auch wenn die Stadt noch weit davon entfernt ist.

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Zum Schluss zündeten die Teilnehmer Kerzen an und bildeten damit einen Weg der Trauer. Zwei Kondolenzbücher wurden ausgelegt. Sie sollen auch in den nächsten Tagen noch in der Kirche zugänglich sein. Für alle die, die den beiden viel zu früh aus dem Leben gerissenen Opfern noch den letzten Respekt erweisen wollen. (tpo/dpa)