Toxisches Schocksyndrom

Tampon vergessen! Frau stirbt fast an Blutvergiftung

Amy Williams liegt mit einer lebensbedrohlichen Blutvergiftung im Krankenhaus.
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13. Oktober 2020 - 10:04 Uhr

Septischer Schock durch vergessenen Tampon

Trage ich gerade einen Tampon oder nicht? Diese Frage entschied für Amy Williams aus England fast über Leben und Tod. Die junge Frau konnte sich nicht mehr erinnern und erlitt einen toxischen Schock. Nun will sie andere Frauen warnen.

Vergessener Tampon sorgt für Blutvergiftung

Die 24-jährige Amy Williams aus England wäre fast gestorben, weil sie einen Tampon vergessen hatte. Während sie mit ihrem Freund in einer Bar war, wollte sie auf der Toilette ihren Tampon wechseln, fand allerdings das Fädchen nicht. Sie konnte sich zudem nicht genau erinnern, ob sie früher am Abend überhaupt einen Tampon eingeführt hatte. Also benutzte sie einen weiteren.

Nach einigen Tagen bemerkte sie einen sehr unangenehmen Geruch in ihrem Intimbereich, der auch nach einer Dusche nicht verflog. Schließlich ging sie der Sache auf den Grund und ertastete den Tampon, der sich in ihr auf die Seite gedreht hatte. "Ich legte mich hin und habe nachgefühlt. Ich ertastete etwas in mir mit meinem Fingernagel und es schwante mir, dass es sich um den alten Tampon handeln musste. Ich hatte große Angst", erzählt  Amy dem britischen "Mirror".

Sie hatte starke Schmerzen, doch nach rund 30 Minuten gelang es ihr, den alten Tampon zu entfernen. Er hatte sich schwarz verfärbt. Die Schmerzen ließen auch nach dem Entfernen nicht nach.

Amy Williams mit ihrem Sohn Archie und ihrem Freund.
Amy Williams wäre fast an den Folgen eines vergessenen Tampons gestorben.
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Blutvergiftung kostet sie fast das Leben

Doch die Gefahr war nicht gebannt. Zwar ging Amy zunächst unter starken Schmerzen wieder arbeiten, doch als sie dort fast zusammenbrach, riefen ihre Kollegen einen Krankenwagen. Sie hatte hohes Fieber, musste sich immer wieder übergeben. Die Ärzte diagnostizierten ein toxisches Schocksyndrom. Amys Organe hatten zum Teil wegen des septischen Schocks bereits aufgegeben und sie musste an einen Tropf gehangen werden.

"Die Ärzte sagten mir, dass wenn ich an diesem Tag nach Hause gegangen wäre, wäre ich vermutlich nicht mehr aufgewacht", erinnert sich Amy. "Ich hatte solche Angst." Mehrere Tage lang verlor sie immer wieder das Bewusstsein. Sie denkt noch heute an die Angst, sie könne ihren kleinen Sohn Archie vielleicht nicht mehr wiedersehen, während ihr Körper gegen die schwere Blutvergiftung ankämpfte.

Warnung an andere Frauen

Nach einer Woche im Krankenhaus konnte sie gesund wieder entlassen werden. "Ich hätte nie zu glauben gewagt, dass mich ein Tampon fast töten könnte!", sagte sie. Jetzt will sie andere Frauen warnen. Sie selbst benutzt keine Tampons mehr – aus Angst, sie können noch einmal in eine solch lebensbedrohliche Situation geraten.

Mittlerweile geht es Amy wieder gut und sie freut sich auf die Geburt ihres zweiten Kindes.