Tragödie vor den Augen der Mutter

Zug fährt Mädchen (3) tot - Passagiere decken Leiche mit Jacken ab

Bahnübergang Lahntal-Sarnau.
An einem Bahnübergang in Sarnau bei Marburg kam das dreijährige Kind ums Leben.
rtl.de

Am Mittwoch kam es in Lahntal-Sarnau bei Marburg zu einem tödlichen Zugunfall. Laut Polizeiangaben ist ein dreijähriges Mädchen gestorben. Aktuell ermittelt die Kriminalpolizei, um die genauen Umstände des Vorfalls zu klären.

Mädchen starb - Mutter erlitt leichte Verletzungen

Bei dem Unfall am Bahnübergang in dem 900 Einwohner-Dorf Sarnau starb am Mittwochnachmittag, dem 07. Dezember gegen 16:20 Uhr, das dreijährige Mädchen. Das Kind wurde von einem Zug erfasst, die 24-jährige Mutter aus Lahntal (Hessen) musste den Vorfall mit ansehen und erlitt selbst leichte Verletzungen. Ein anderes Kind befand sich zu dem Zeitpunkt im Kinderwagen und blieb unverletzt. Der Unfallort war ein offizieller und mit sogenannten Umlaufgeländern versehener Bahnübergang.

Der Regionalzug der Kurhessenbahn befand sich auf der Fahrt von Bad Laasphe nach Marburg. Bisher ist noch unklar, wie es zu dem Unglück kommen konnte.

Augenzeugin: „Ich habe nur die Vollbremsung mitbekommen und eine Frau stehen sehen.“

Im RTL-Telefoninterview schildert uns eine Augenzeugin, was sie am Bahnübergang mitbekommen hat. Sie möchte namentlich nicht genannt werden. Um kurz nach vier machte sie sich mit dem Rad auf den Heimweg über den Radweg, der an der Bahnstrecke in Sarnau liegt. „Ich habe nur die Vollbremsung mitbekommen und eine Frau stehen sehen“, schildert sie uns im Telefoninterview.

Des Weiteren erzählt sie, dass Zuginsassen direkt ausgestiegen sind und geholfen haben. Sie zogen ihre Jacken aus und bedeckten damit den Körper des Kindes. Auch der Zugführer habe nach ihrer Einschätzung sehr schnell reagiert – jedoch kam jede Hilfe zu spät: „Man konnte gar nicht helfen“, sagt sie uns. Auch sie schätzt den Bahnübergang als sicher ein, man habe im Ort in der Vergangenheit viel für die Sicherheit getan.

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Ortsvorsteher: "Ich bin fassungslos."

Ortsvorsteher Tobias Henkel ist bestürzt über das furchtbare Ereignis in seinem Ort. Im Gespräch mit RTL sagt er, dass er keinerlei Aussage über den Hergang des Unfalls machen kann. Nichtsdestotrotz hat ihn die Nachricht erreicht und erschüttert: „Ich bin fassungslos darüber, dass so etwas passiert ist“, sagt er.

Der Bahnübergang, an dem es zu dem Unfall kam, sei noch relativ neu. Erst vor zwei Jahren wurde er im Zuge einer neuen Umgehungsstraße gebaut. Seitdem sei dort aber noch nie etwas passiert. Zwar habe der Übergang keine klassische Schranke, die Begebenheiten vor Ort lassen es aber zu, dass beide Fahrtrichtungen gut einsehbar sind. Geländer auf beiden Seiten deuten zusätzlich darauf hin, dass sich an dieser Stelle ein Bahnübergang befindet. (dpa/naw/kmü)