Tödlicher Tesla-Crash bei "Frauenausflug"

David trauert am Grab um Mutter, Schwester und Schwägerin: Meine Welt ist zusammengebrochen

David Günter an der gemeinsamen Grabstätte seiner Mutter, Schwester und Schwägerin.
David Günter an der gemeinsamen Grabstätte seiner Mutter, Schwester und Schwägerin.

10. Mai 2021 - 8:24 Uhr

Auf dem Friedhof Markranstädt in Sachsen

David Günther hat bei dem Teslaunfall von Aue seine Mutter Sylvia (†57), seine Schwester Claudia (†32) und seine Schwägerin Sarah (†30) verloren. Mit RTL besucht er das Grab seiner Lieben und erzählt von dem Unfall und vom Leben nachdem "eine Welt zusammengebrochen" ist.

„Frauenausflug“ endet durch entgegenkommenden Tesla tödlich

Unfall bei Aue (Sachsen)
Am 21. Juni 2020 stießen bei Aue ein Tesla und ein Seat frontal aufeinander. Drei Frauen starben.
© dpa, Andre März, am fdt

Am Sonntag, dem 21. Juni 2020, machen seine Mutter, Schwester und Schwägerin einen "Frauenausflug" von Markranstädt in Sachsen zu dem tschechischen Grenzort Potůčky. Dort schlendern sie über die Märkte und gehen im Restaurant essen. Gegen 14.30 Uhr schreibt die Schwester, dass sich die Frauen auf den Heimweg machen wollen.

Als David am Abend desselben Tages weder seine Schwester noch seine Mutter erreichen kann, beschleicht ihn ein schlechtes Gefühl. Am nächsten Morgen erreicht ihn ein Anruf seines Vaters. Erst dann erfährt er von dem tödlichen Unfall:

Ein Tesla war auf die Gegenfahrbahn geraten und frontal gegen das Fahrzeug seiner Angehörigen gestoßen. Das Auto seiner Schwester hat sich mehrmals überschlagen und lag dann im Graben. Seine Schwester hatte am Steuer gesessen, seine Schwägerin auf dem Beifahrersitz und seine Mutter auf der Rückbank. Alle drei Frauen starben am Unfallort.

Die Fahrerin des Tesla und ihre zwei kleinen Kinder kommen mit Verletzungen ins Krankenhaus. Offenbar hatte sie das Fahrzeug aus Versehen auf die Gegenfahrbahn gelenkt.

„Einfach zusammengebrochen“

"Ich bin einfach zusammengebrochen. Bei mir ging gar nichts mehr," erzählt David von seinem Schock. Er braucht eine Woche, bis er sich aufrappeln kann und mit einem mulmigen und zittrigen Gefühl die 500 Kilometer von seiner Wohnung in Bayern bis nach Markranstädt fährt, wo die drei Unfallopfer beerdigt werden.

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Mutmaßliche Tesla-Unfallverursacherin strahlend glücklich auf Facebook

Nun steht der Gerichtsprozess gegen die Fahrerin des Tesla bevor. David ist noch nicht sicher, ob er bei der Verhandlung anwesend sein will.

Beim Betrachten ihres Facebook-Profils wundert sich David über die strahlend glücklichen Posts der mutmaßlichen Unfallverursacherin. Einmal hatte er drei Kerzen vor der Wohnung der Frau, die gerade erst Anfang dreißig ist, aufgestellt – als Mahnung. In einen Groll hineinsteigern will er sich aber nicht.

David Günther
David zeigt Fotos vom Hochzeitstag seiner Schwester und seiner Schwägerin im Herbst 2019.

Am Grab kann David mit seiner Mutter reden

Inzwischen hat David realisiert, dass die drei Frauen nicht mehr leben. Trotzdem gibt es Momente wie an dem Geburtstag seiner Mutter. Da dachte er: "Sch****, ich muss Mama anrufen". Dann wurde ihm schlagartig klar, "dass das ja nicht mehr so ist".

Am Grab der Frauen habe er das Gefühl, dass er noch mit ihnen reden könne. "Auch wenn sie nicht mehr antworten können – zuhören können sie vielleicht."

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