Italienerin starb vor zehn Jahren auf Mallorca

Martina Rossi (†20) stürzte in den Tod, um einer Vergewaltigung zu entkommen

Martina Rossi (†20) stürzte im August 2011 in den Tod.
Martina Rossi (†20) stürzte im August 2011 in den Tod.
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12. Oktober 2021 - 14:53 Uhr

Tod der Italienerin Martina Rossi (†20) auf Mallorca endlich aufgeklärt

Martina Rossi machte 2011 mit ihren Freundinnen Urlaub auf Mallorca. Die jungen Frauen aus Genua checkten in einem Hotel in Palma ein. Dort kam es zu einem tragischen Vorfall: Die 20-Jährige stürzte vom Balkon ihres Hotelzimmers im fünften Stockwerk in den Tod. Jahrelang gingen die Behörden von einem Suizid aus – doch jetzt kommt die Wahrheit endlich ans Licht!

Martinas Eltern haben nie an einen Suizid geglaubt

Martinas Eltern Bruno und Franca haben nie daran geglaubt, dass ihre Tochter sich im August 2011 selbst das Leben genommen haben soll. Jetzt, nach zehn Jahren und fünf Prozessen, haben sie endlich die Gewissheit: Ihre Tochter ist vor zwei mutmaßlichen Vergewaltigern geflohen. Sie trug nur ihre Unterwäsche und hatte Kratzspuren am Hals.

Die beiden heute 30 Jahre alten Männer hätten Martina so sehr bedrängt, dass sie dem sexuellen Übergriff nur durch einen Sprung in die Tiefe entkommen konnte, zitiert der italienische Sender "Rai News" den Richter.

Das Kassationsgerichtshof, das höchste Gericht Roms, hat die beiden Männer, den Motocross-Fahrer Alessandro Albertoni und den Handwerker Luca Vanneschi, wegen versuchter Vergewaltigung zu je drei Jahren Haft verurteilt. Damit hat der Richter das Urteil einer vorherigen Instanz bestätigt.

Vater: "Jetzt hat Martina endlich die Würde wiedererlangt"

Martinas Vater Bruno ist erleichtert. "Wir haben nur die Wahrheit gesucht", sagt er dem Sender. Rache wollen sie nicht. "Niemand wird mir meine Tochter zurückgeben können, niemand wird unseren ewigen Schmerz lindern können", sagt der Vater zehn Jahre nach dem Tod seiner Tochter, und betont: "Jetzt hat Martina endlich die Würde wiedererlangt, die sie nach all dem Dreck, mit dem sie beworfen wurde, verdient."

Dennoch sind Martinas Eltern auch sehr enttäuscht: "Die beiden Täter haben sich nie entschuldigt, sie haben keine Reue gezeigt", sagte der Vater. Die Familie erwägt nun laut der Tageszeitung "La Stampa" eine Schadensersatz-Klage gegen die beiden Männer.

Bitter für die Familie: Die beiden Angeklagten könnten neben der milden Strafe sogar nur mit Sozialdienst davonkommen. Einer der Verteidiger hatte dies für seinen Mandanten gefordert. Nun muss der Richter entscheiden.

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Staatsanwaltschaft legte mehrere Beweise gegen die Angeklagten vor

Die Staatsanwaltschaft hatte während des letzten Prozesses mehrere Beweise gegen die beiden Männer vorgelegt. Unter anderem hatte die Gerichtsmediziner Kratzer am Hals von Alessandro Albertoni entdeckt. Martina war zudem in Unterwäsche aus dem Fenster gesprungen. Für ihre Familie und Freunde war das unbegreiflich. Sie sei als "heitere und glückliche junge Frau" bekannt gewesen.

Im ersten Prozess hatte der Richter noch Zweifel am psychischen Zustand der jungen Frau, weil sie sich kurz vor dem tödlichen Vorfall von ihrem damaligen Freund getrennt hatte. (mor)

Hilfe bei Suizidgedanken

Haben Sie suizidale Gedanken oder haben Sie diese bei einem Angehörigen/Bekannten festgestellt? Hilfe bietet die Telefonseelsorge: Anonyme Beratung erhält man rund um die Uhr unter den kostenlosen Nummern 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222. Auch eine Beratung über das Internet ist möglich unter http://www.telefonseelsorge.de.