5. Juli 2019 - 17:30 Uhr

Kritiker schlagen Alarm

Es sind vor allem Kinder und Jugendliche, bei denen TikTok beliebt ist. Mit der App können kurze Videos hochgeladen und geteilt sowie Nachrichten verschickt werden. Doch genau deshalb läuft in Großbritannien nun eine Untersuchung. Die Kritik: Die Betreiber gehen mit den Daten und der Sicherheit von Minderjährigen viel zu nachlässig um.

Offenes Nachrichtensystem bereitet Sorge

Wie die Zeitung "The Guardian" berichtet, erklärte die Informationsbeauftragte Elizabeth Denham vor einem Parlamentsausschuss: "Wir schauen uns das Nachrichtensystem an, das komplett offen ist, wir betrachten die Art der Videos, die von Kindern online gespeichert und geteilt werden." Besonders die Möglichkeit, dass grundsätzlich jeder Erwachsene jedem Kind Nachrichten schicken kann, sorgt bei den Datenschützern und auch Eltern für Bauchschmerzen.

Im Video: Darum sind Kinder so verrückt nach TikTok

Betreiber musste in den USA bereits Rekordstrafe zahlen

Auch wenn die App selbst darauf hinweist, dass nur Personen über 13 Jahre sie nutzen dürfen, ist für eine Registrierung bei TikTok keine Zustimmung der Eltern notwendig – die User sind somit oft weitaus jünger. Bereits im Februar musste der chinesische Betreiber Bytedance deshalb in den USA, dem Land mit den meisten Nutzern, 5,7 Millionen Dollar Strafe zahlen: Die Bundeshandelskommission sah den Datenschutz der kleinen Nutzer verletzt.

Eltern können trotzdem vorsorgen

Um ihre Kinder zu schützen, können Eltern bestimmte Maßnahmen ergreifen, ohne ihnen TikTok gleich ganz zu verbieten: So lassen sich die Profile in den Privatmodus stellen, wodurch nur vorher zugelassene Accounts die geteilten Videos sehen und Nachrichten senden können. Darüber hinaus sollte in einem gemeinsamen Gespräch geklärt werden, welche Inhalte okay sind und welche nicht.

Weniger gefährlich, aber ärgerlich können sogenannte In-App-Käufe sein, durch die sich TikTok-Nutzer untereinander virtuelle Geschenke machen können. Da hier bares Geld fließt, sollte diese Funktion entweder von vorneherein deaktiviert oder so eingestellt werden, dass Eltern vorher ihre Zustimmung zu Downloads und Käufen geben müssen, erklärt die Internet-Sicherheitsinitiative "Schau hin!"