Tiefe Hirnstimulation: Patientin spielt Flöte während Hirn-OP

5. April 2018 - 17:14 Uhr

Dank Tiefer Hirnstimulation: Anna Henry zittert nicht mehr

Flöte zu spielen kam für Anna Henry nicht mehr in Frage. Denn ihre Hände zitterten so sehr, dass die 63-Jährige nicht mal mehr schreiben, geschweige denn essen konnte.

Es folgte die Diagnose "essentieller Tremor", eine vererbte Bewegungsstörung, die sie dank Tiefenhirnstimulation nun wieder im Griff hat.

Patientin spielt, Operation gelungen!

Mit offenem Schädel liegt Anna Henry im Operationssaal des Texas Medical Centers und spielt auf ihrer Flöte. Die Szenen dieser besonderen OP, die um die Welt gehen, sehen Sie im Video.

Dass Anna Henry bereits während des Eingriffs wieder spielen kann, ist ein gutes Zeichen. Denn die Patientin hat die Tiefenhirnstimulation ohne Komplikationen überstanden. So gut, dass ihre Hände nicht mehr zittern! Die 63-Jährige leidet an einem essentiellen Tremor, einer vererbten Bewegungsstörung, die sie nun wieder im Griff hat.

Der essentielle Tremor ist eine Krankheit, bei der das Zittern das einzige Symptom darstellt. Die Krankheit ist also nur lästig und nicht gefährlich. In vielen Fällen wird sie vererbt.

Bei bestimmten neurologischen Krankheiten kann die Tiefe Hirnstimulation (umgangssprachlich "Hirnschrittmacher") helfen. Chirurgen bohren dafür kleine Löcher in den Schädel und setzen Elektroden ins Gehirn, die dort konstant Strom einleiten. So werden unkontrollierte Bewegungen vermindert oder unterbunden.

Dieses Verfahren kann bei Krankheiten wie Parkinson, Tremor oder Dyskinesien die Symptome anhaltend lindern.