Schockierende Bilder aus Thailand

Affen werden angeblich gefangen gehalten und als Erntehelfer missbraucht

PETA berichtet: Während Affen Kokosnüsse von den Bäumen pflücken, seien sie an einer kurzen Leine angekettet
© PETA Asia

24. Juli 2020 - 15:18 Uhr

PETA Asien behauptet: Junge Affen werden in Thailand als Erntehelfer missbraucht

Während Affen Kokosnüsse von den Bäumen pflücken, sind sie an einer kurzen Leine angekettet, danach geht es zurück in den viel zu engen, verdreckten Käfig: Die Tierschutzorganisation PETA Asien hat Bilder veröffentlicht, die im Zuge einer Undercover-Ermittlung zum Missbrauch von Affen in der thailändischen Kokosnussindustrie entstanden sein sollen.

Für Kokoswasser, Kokosmilch & Co. werden Affen angeblich gefangen gehalten

Affe im Käfig
Dieser Affe soll verzweifelt versuchen, aus dem Käfig zu entkommen.
© PETA Asia

Ein Supermarkt ohne Kokoswasser, Kokosmilch oder Kokosöl? Mittlerweile kaum vorstellbar. Doch dass für diese Produkte möglicherweise unzählige Affen bereits als Babys illegal aus ihren Familien gerissen werden, ist kaum bekannt. Augenzeugen von PETA Asien besuchten nach eigenen Angaben im Juli 2019 insgesamt vier "Affenschulen" sowie acht Farmen, auf denen Affen Kokosnüsse für führende thailändische Kokosmilchproduzenten pflücken müssten, außerdem einen Kokosnuss-Pflückwettbewerb.

Verstörte Affen werden angeblich in den Wahnsinn getrieben

Affe inmitten von Müll.
Dieser Affe soll verängstigter und inmitten von Müll angekettet sein.
© PETA Asia

PETA erklärt, die thailändische Kokosindustrie hielte die Tiere unter grausamen Bedingungen gefangen. Für die harte Arbeit würden ihnen harte Metallhalsbänder angelegt, frei bewegen könnten sie sich nicht – dafür sorgten kurze Leinen. Die würden Affen als Erntehelfer gelten, dürften ihrem tierischen Verhalten nicht mehr nachgehen. Stattdessen müssten sie täglich bis zu 1.000 Kokosnüsse von den Bäumen pflücken oder bei zirkusähnlichen Vorstellungen entwürdigende Tricks vorführen. Wer sich wehre, müsse um seine Reißzähne bangen.

PETA Asien stellte bei vielen Tieren eine Verhaltensstörung fest

Die Tierschützer von PETA Asien diagnostizierten bei vielen Tieren eine Verhaltensstörung. Ein angebundener Affe kaute laut der Recherche an seinem eigenen Arm – nach Ansicht von PETA ein Ventil für Einsamkeit und völlige Verzweiflung. Andere Affen hätten während einer Trainingseinheit versucht, panisch schreiend wegzulaufen oder sich aus einem Käfig, der kaum größer sei als sie selbst, zu befreien. Doch gegen die Machenschaften der Kokosindustrie hätten die Tiere keine Chance.

Produkte der Affenfarmen stehen in deutschen Supermärkten

Affe sammelt Kokosnüsse
Affen werden angeblich ausgebeutet, um Kokosnüsse zu sammeln.
© PETA Asia

PETA Asien berichtet, einige der besuchten Farmen belieferten auch Unternehmen, deren Produkte auch in deutschen Supermärkten verkauft werden. PETA Deutschland informierte somit zahlreiche Supermärkte, Discounter und Drogeriemärkte über die angeblichen Missstände in der thailändischen Kokosindustrie. Die kontaktierten deutschen Unternehmen versicherten, dass keine Affen für die Gewinnung ihrer Kokosnussprodukte eingesetzt würden – obwohl PETA Asien dies nach eigener Darstellung auf nahezu allen kontrollierten Farmen beobachtet hatte.

Die Tierrechtsorganisation appelliert nun an die Unternehmen, neben Kokosprodukten dieser beiden Marken auch andere Produkte mit Kokos aus Thailand auszulisten und auf Lieferanten aus Brasilien oder Hawaii auszuweichen, die angeblich tierfreundliche Erntemethoden nutzen. Auch mit einer Petition will PETA den Affen in Thailand helfen.

Thailändische Botschaft weist Vorwürfe zurück

Die thailändische Botschaft in Deutschland weist die von den Tierschützern erhobenen Vorwürfe zurück. Die von PETA beschriebene Methode der Kokosnuss-Ernte werde nur von kleinen Bauern für den Privatgebrauch angewendet. Dies stehe in Zusammenhang mit den dort verbreiteten Traditionen, heißt es in der Stellungnahme, die RTL vorliegt.