Tapeten aus Gold, pompöse Möbel, vergoldete Skulpturen

Kommission untersucht Luxus-Renovierung von Boris Johnsons Dienstwohnung

Lulu Lytle ist die Innenarchitektin von Boris Johnsons Dienstwohnung in der Downing Street.
Lulu Lytle ist die Innenarchitektin von Boris Johnsons Dienstwohnung in der Downing Street.
© ddp images / Elliott Franks / eyevine, Elliott Franks / eyevine

28. April 2021 - 16:11 Uhr

Es droht Ärger für Johnson

Tapeten aus Gold, pompöse Möbel, vergoldete Skulpturen: Der englische Premierminister Boris Johnson hat keine Kosten und Mühen gescheut, seine Dienstwohnung in der Downing Street von der britischen Designerin Lulu Lytle aufwendig renovieren zu lassen. Das Problem: Die Renovierungskosten sollen weit über dem gelegen haben, was zulässig ist. Das könnte Ärger geben.

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Wahlkommission prüft

ARCHIV - 20.04.2021, Großbritannien, London: Der britische Premierminister Boris Johnson gibt in der Downing Street eine Pressekonferenz. Der Druck auf den britischen Premierminister Boris Johnson wegen einer angeblich pietätlosen Äußerung zu Toten i
Der Druck auf Boris Johnson wächst.
© dpa, Toby Melville, OZ pil

Die britische Wahlkommission will die Luxus-Renovierung von Premierminister Boris Johnsons Dienstwohnung in der Downing-Street überprüfen. "Wir haben den begründeten Verdacht, dass es zu einem oder mehreren Verstößen gekommen ist", heißt es in einer Mitteilung. Für Johnson könnte das zum Problem werden.

Wohnung mit Parteispenden finanziert?

Die Renovierung von Boris Johnsons Wohnung soll möglicherweise durch Parteispenden finanziert worden sein.
Die Renovierung von Boris Johnsons Wohnung soll möglicherweise durch Parteispenden finanziert worden sein.
© ddp images / Elliott Franks / eyevine

Johnson soll seine Protz-Wohnung laut Berichten mit Geld aus Parteispenden zwischenfinanziert haben. Die Kosten sollen weit über den 30.000 Pfund (rund 34.500 Euro) gelegen haben, die der Staat normalerweise dazugibt. "Tag für Tag gibt es neue Anschuldigungen. Es gibt Filz. Das muss alles aufgeklärt werden. Und wir müssen neue Regeln einführen", sagte der Oppositionsführer und Parteichef Labour-Partei, Keir Starmer. Die Regierung wiegelt Fragen dazu ab und sagt, dass Johnson die Renovierung aus der eigenen Tasche gezahlt hat.

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Druck auch von ehemaligem Berater

Zusätzlicher Druck kommt von Dominic Cummings, Johnsons wichtigstem Berater beim Brexit. Mit dem hat sich der Regierungschef aber überworfen. Und der greift seinen ehemaligen Chef richtig an: So erklärte er letzten Freitag, dass Johnson wollte, dass die Renovierung im Geheimen aus Spenden bezahlt werden solle. Er habe Johnson damals erklärt, dies sei "unethisch, dumm und möglicherweise illegal".

Schlechter Zeitpunkt

Für Johnson kommen die Ermittlungen der Wahl-Kommission zu einem schlechten Zeitpunkt, denn in einer Woche sind in England lokale Wahlen angesetzt. Zudem werden dann das schottische und das walisische Regionalparlament neu gewählt.

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