Was wird aus Takko?

Umsatzeinbruch wegen Corona, neuer Chef nach nur 3 Monaten wieder weg

Der kriselnde Mode-Discounter Takko Fashion ist mitten in der Coronakrise in finanzielle Schwierigkeiten geraten.
Der kriselnde Mode-Discounter Takko Fashion ist mitten in der Coronakrise in finanzielle Schwierigkeiten geraten.
© picture alliance, Christopher Neundorf/Kirchner-Media

05. Juni 2021 - 10:22 Uhr

Mit Überbrückungskredit durch die Krise

Der Textildiscounter Takko hat in der Corona-Pandemie deutliche Umsatzeinbußen verkraften müssen. Und nicht nur das: Im Februar übernahm der ehemalige SportScheck-Chef Markus Rech das Ruder, Ende Mai war er schon wieder weg. Im März musste ein Überbrückungskredit den Fortbestand sichern. Was wird aus den fast 2000 Filialen und den Mitarbeitern?

Interims-Chef von Takko zeigt sich trotz schlechter Zahlen zuversichtlich

Die Nettoumsatzerlöse sanken in dem Ende Januar abgelaufenen Geschäftsjahr 2020/2021 um 17 Prozent auf gut 942 Millionen Euro, wie das Unternehmen in Telgte im Münsterland mitteilte. Zum Ergebnis machte Takko keine Angaben. Nach Informationen von "Textilwirtschaft" soll allerdings der operative Gewinn im Geschäftsjahr 2020/21 um 47 Prozent unter 100 Millionen Euro gerutscht sein.

Interims-Chef Karl-Heinz Holland zeigt sich trotz der Krise zuversichtlich: Takko habe sich gut geschlagen. Denn der textile Einzelhandel in Deutschland insgesamt habe sogar ein Umsatzminus von fast einem Drittel verkraften müssen. "Im vergangenen Geschäftsjahr fehlten uns allein in Deutschland knapp 65 Verkaufstage", sagte Takko-Chef unter Verweis auf den coronabedingten Lockdown.

"Im Vergleich zum Gesamtmarkt sind wir mit der Performance im Geschäftsjahr 2020/2021 zufrieden", sagte Holland weiter. Hoffnung macht der Onlinehandel: Der Nettoumsatz im Takko-Onlineshop sei um über 40 Prozent gestiegen. Außerdem verfüge man über liquide Mittel von etwa 52 Millionen Euro, betonte das Unternehmen.

Filialsterben während Corona-Pandemie

Ende Mai waren nach Unternehmensangaben 1919 der 1935 Filialen wieder geöffnet - teilweise aber noch mit Einschränkungen. Und die offenen Filialen verzeichneten starke Umsätze, wann immer sie wieder öffnen durften.

Erst im März hatte sich der Discounter einen Überbrückungskredit von insgesamt 54 Millionen Euro von Banken, Investoren und dem Eigentümer, dem Finanzinvestor Apax Partners, verschaffen müssen, um den Fortbestand des Unternehmens zu sichern. Verhandlungen über eine Landesbürgschaft Nordrhein-Westfalens über mehrere Millionen Euro waren ohne Einigung beendet worden.

Schon vor dem Ausbruch Corona-Pandemie hat das zunehmende Online-Shopping zu einem Filialsterben in den Innenstädten geführt. Corona hat diesen Trend dann erheblich beschleunigt. Modediscounter Pimkie musste die Hälfte aller Filialen schließen, die Modekette Adler stellte einen Insolvenzantrag. Bleibt zu hoffen, dass Takko die Kurve kriegt und dem Unternehmen und seinen Mitarbeitern das Schicksal der Konkurrenz erspart bleibt. (dpa/aze)

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