Tachomanipulation erkennen: So schützen Sie sich vor Betrug beim Gebrauchtwagenkauf

Die Kilometerzahl am Wagen herunterzuschrauben und mehr Geld kassieren - das ist eine gängige Betrugsmasche bei gebrauchten Autos. Laut Schätzungen des TÜV Rheinland ist jeder dritte Kilometerstand in Gebrauchtwagen manipuliert. Auf diese Weise gelingt es Betrügern, die Autos über ihrem eigentlichen Wert zu verkaufen.

Ein Tachometer mit Kilometerstandanzeige, aufgenommen am 15.10.2015 in Köln (Nordrhein-Westfalen). Der TÜV Rheinland stellt am 22.10.2015 in Köln eine Studie zum Thema Tachomanipulation bei Gebrauchtwagen vor. Foto: Oliver Berg/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
Tachometer-Betrug in jedem dritten Gebrauchtwagen.
dpa, Oliver Berg

Durch die Umstellung auf digitale Tachos kann die Manipulation noch leichter erfolgen und wird häufiger durchgeführt. Alleine der Versuch, bei der Kilometerzahl zu schummeln, ist eine Straftat. Der ADAC schätzt, dass durch die Manipulationen durchschnittlich ein Gewinn von 3.000 Euro pro Wagen erzielt wird.

Wie Sie sich dagegen schützen können? Damit Sie nicht auf solche manipulierten Kilometerstände beim Gebrauchtwagenkauf hereinfallen, sollten Sie genau hinsehen: Schauen Sie in die Fahrzeugdokumente und fordern Sie gegebenenfalls Reparaturrechnungen und TÜV-Berichte an. Es lohnt sich zudem ein Blick in das Inspektionsheft oder auf den Ölwechselaufkleber am Wagen. Angenommen dort steht, dass der nächste Ölwechsel beim Kilometerstand 200.000 stattfinden soll, der Tachometer zeigt aber an, dass er erst 110.000 Kilometer gefahren sein soll – dann seien Sie skeptisch. In der Regel erfolgt der Ölwechsel alle 30.000 bis 40.000 Kilometer, so dass nahe liegt, dass der Kilometerstand manipuliert wurde.

Seien Sie skeptisch!

Werden Sie auch misstrauisch, wenn Sie bemerken, dass im Serviceheft der gleiche Stift und die gleiche Schrift verwendet werden. Das kann ein Indiz für gefälschte Angaben sein, die in einem runtergeschrieben worden sind. Es kann zudem nie schaden, wenn Sie den Vorbesitzer des Wagens kontaktieren und sich nach dem Kilometerstand seinerzeit zu fragen.

Generell ist zu empfehlen genau darauf zu achten, ob der Verschleiß der Bauteile mit dem angegebenen Kilometerstand zusammenpasst. Im Zweifel so lange nachfragen, bis Sie ein sicheres Gefühl haben oder gleich den Kauf abwinken.