Ein Blick genügt!

Studie: Krankheiten stehen Menschen ins Gesicht geschrieben

Studie zeigt: Man sieht Menschen an, ob sie krank sind.
Studie zeigt: Man sieht Menschen an, ob sie krank sind.
© Artin Arshamian/dpa

19. Juli 2021 - 20:00 Uhr

Auch Tiere erkennen kranke Artgenossen

Dass Säugetiere die Fähigkeit besitzen, kranke Artgenossen zu erkennen, ist bekannt. Dies ist entscheidend, um Ansteckungen zu verringern und die eigenen Überlebenschancen zu erhöhen. Ein internationales Forscherteam hat sich nun angeschaut, inwieweit Menschen das auch können. Das Ergebnis: Ja, auch Menschen sind dazu in der Lage. Und: Meist genügt ein Blick.

Forscher infizierten Menschen mit Bakterien

Für die in der Fachzeitschrift "Proceedings of the Royal Society B" veröffentlichte Studie des Karolinska-Instituts in Stockholm infizierten die Forscher eine Gruppe schwedischer Testteilnehmer mit Bakterien oder einem Placebo. Zwei Stunden später wurden die Gesichter der Teilnehmer fotografiert. Diese Aufnahmen wurden dann anderen Teilnehmern aus Schweden sowie Menschen aus fünf anderen Bevölkerungsgruppen in aller Welt vorgelegt. Sie sollten angeben, hinter welchen der Gesichter sich kranke und hinter welchen gesunde Menschen verbargen.

Alle Gruppen konnten eine kranke Person identifizieren

Bei drei Gruppen handelte es sich um kleine Jäger-Sammler-Völker aus Thailand, Malaysia und Mexiko. Sie leben demnach in Regenwäldern und der Wüste, Zugang zum Fernsehen oder Internet haben sie kaum oder gar nicht. Die weiteren Teilnehmer waren Stadtbewohner aus Thailand und Mexiko.

Alle Gruppen konnten eine kranke Person mit hoher Trefferwahrscheinlichkeit identifizieren. Dennoch ist das Versuchsergebnis überraschend, wie Studienleiter um Artin Arshamian erklärte. Man habe angenommen, dass diejenigen, die an westeuropäische Gesichter stärker gewöhnt waren, einen Vorteil gegenüber den anderen Gruppen hätten. «Aber das ist überhaupt nicht der Fall gewesen», so Arshamian. Die schwedische Testgruppe sei nicht besser als all die anderen Gruppen gewesen, obwohl sie ihr Leben lang gesunde und schwedische Gesichter kennengelernt habe. In weiteren Projekten wollen die Wissenschaftler nun unter anderem untersuchen, ob Kranke und Gesunde auch anhand ihrer Bewegungen unterschieden werden können. (dpa)

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