Nicht geeignet für gesunde Kinderernährung!

Studie ergibt: Fast alle Frühstücksflocken und Joghurts für Kinder überzuckert

© Foodwatch

20. Juli 2019 - 17:11 Uhr

Insgesamt wurden 110 Produkte auf ihre Inhaltsstoffe geprüft

Dass sich in unseren Lebensmitteln gerne mal mehr Zucker versteckt, als wir eigentlich vermuten würden, ist bekannt. Das bestätigt auch das schockierende Ergebnis einer neuen Marktstudie von Foodwatch: Fast alle an Kinder vermarkteten Joghurts und Frühstücksflocken sind Zuckerbomben und für eine gesundere Kinderernährung nicht geeignet. Alle Joghurts und 90 Prozent der Frühstücksflocken enthalten mehr Zucker als die Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Kinderlebensmittel empfiehlt. Es wurden insgesamt 110 Produkte auf ihre Inhaltsstoffe geprüft.

Es wurden nur Produkte untersucht, die sich an Kinder richten

Foodwatch hat für die Studie alle verfügbaren Frühstücksflocken und Joghurts der sechs größten Einzelhändler Deutschlands – Aldi, Kaufland, Lidl. Edeka, Real und Rewe – untersucht, die offensichtlich an Kinder gerichtet sind. Dazu zählt das Aussehen der Verpackung, wie beispielsweise Tiere, Cartoons, Spielzeug, oder der Zusatz von bei Kindern beliebten Süßigkeiten. Insgesamt ergaben sich daraus 78 verschiedene Frühstücksflocken und 32 verschiedene Joghurts.

"Kellog's Frosties" bestehen zu mehr als einem Drittel aus Zucker

Die zuckerhaltigsten Frühstücksflocken sind mit 37 Gramm Zucker pro 100 Gramm die "Kellog's Frosties", die niedrigste Zuckermenge enthielten die "Rebelicious Schoko Dinger" – und zwar 12,9 Gramm Zucker pro 100 Gramm.

Der zuckrigste Joghurt ist laut der Studie der "Mars Mix mit Karamellsauce" von Danone, er enthält 20 Prozent Zucker. Am besten schnitt der "Biene Maja Himbeere Joghurt" von Bauer mit 10,7 Gramm Zucker pro 100 Gramm ab, laut WHO gilt er jedoch trotzdem als ungesund für Kinder.

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Zuckerreduzierung um zehn Prozent ist laut Foodwatch nicht zielführend

Bundesernährungsministerin Julia Klöckner hat gemeinsam mit den Herstellern beschlossen, dass diese den Zuckergehalt in Kinder-Frühstücksflocken um durchschnittlich zehn Prozent verringern. Klingt viel, ist es aber nicht: Auch nach der Zuckerreduzierung wären noch 94 Prozent der Joghurts und 87 Prozent der Frühstücksflocken zu zuckerhaltig. Um die WHO-Ziele zu erreichen, müsste der Zuckergehalt bei Frühstücksflocken um 20 Prozent und bei Joghurts um 30 Prozent gesenkt werden.