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Streit um Tradition in Hamburg: Osterfeuer am Elbstrand sollen kleiner werden

Streit um Hamburger Tradition

Osterfeuer am Elbstrand sollen kleiner werden

ARCHIV - 31.03.2018, Hamburg: Ein Osterfeuer brennt am Elbstrand in Blankenese in Nähe des Leuchtturms. (zu dpa «Bezirksversammlung nimmt Senat bei Osterfeuern in die Pflicht») Foto: Georg Wendt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Ein Osterfeuer brennt am Elbstrand in Blankenese. (Archivbild)
gwe, dpa, Georg Wendt

Bis zu 25 000 Menschen fanden sich vor Corona zu den traditionellen Osterfeuern am Elbstrand in Hamburg ein. Aber die Zeit des „Großevents“ ist jetzt vorbei, meint das Bezirksamt. Die Tradition soll aber erhalten werden. Fragt sich nur, wie?

Osterfeuer ist Kulturgut

Die Bezirksversammlung Altona will die Stadt Hamburg zum Erhalt der traditionellen großen Osterfeuer am Blankeneser Elbstrand in die Pflicht nehmen. In einem am Donnerstagabend einstimmig verabschiedeten interfraktionellen Antrag fordern Grüne, SPD, CDU, Linke und FDP insbesondere die Finanzbehörde auf, „in Abstimmung mit dem Bezirksamt Altona die Durchführung der Blankeneser Osterfeuer als Kulturgut in diesem Jahr und auf Dauer sicherzustellen“. Hintergrund ist ein seit Längerem schwelender Streit zwischen dem Bezirksamt und den Blankeneser Feuerbauern.

Veränderte Gesetze bringen Event in Gefahr

Aufgrund einer veränderten Gesetzeslage sind Veranstaltungen mit mehr als 10.000 Teilnehmern in Hamburg anmeldepflichtig. Zudem braucht es einen Veranstalter mit Sicherheitskonzept und einer Haftpflichtversicherung gegen mögliche Schäden. Das gilt unabhängig von Corona.

Bezirksamtschefin Stefanie von Berg (Grüne) hatte gefordert, dass die Feuerbauer-Familien künftig als Veranstalter Verantwortung und auch Kosten übernehmen. Das hatten diese abgelehnt.

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Feuer nur im geregeltem Rahmen

Die vier großen Osterfeuer, die von wenigen Familien aufgebaut werden, die diese Feuerbauer-Tradition seit Langem von Generation zu Generation weitergeben, locken gewöhnlich Tausende Besucher an den Blankeneser Elbstrand. In den vergangenen beiden Jahren waren sie aber coronabedingt ausgefallen.

Nach einem weiteren Treffen mit den Feuerbauern war am Donnerstag Bewegung in den Streit gekommen. Bei einem "positiven und konstruktiven" Gespräch habe man das gemeinsame Ziel bekräftigt, "dass die Osterfeuer - in einem geregelten Rahmen, der die Sicherheit der Menschen vor Ort in den Vordergrund stellt - auch zukünftig stattfinden sollen", teilte das Bezirksamt mit.

Kein Großevent mehr

Die Bezirksamtschefin bekundete erneut, dass die Osterfeuer "pflegens- und erhaltenswert" seien, "dass dieses Brauchtum aber nicht davon abhängt, ob die Flammen 10 oder 30 Meter hoch schlagen, und auch nicht davon abhängt, ob 25.000 Zuschauer kommen. Brauchtum ja, Großevent nein", sagte sie. Schon aus Sicherheitsgründen müssten die Feuer künftig kleiner werden. Um nicht so viele Besucher aus anderen Teilen der Stadt anzulocken, soll die Werbung dafür aber im Internet eingestellt werden. (dpa/nid)