Bio- und Edelmarken weisen dagegen Mängel auf

Stilles Mineralwasser bei Stiftung Warentest: Discounter-Marken unter den Testsiegern

Mineralwasser bei Stiftung Warentest: Welches Wasser überzeugt?
Mineralwasser bei Stiftung Warentest: Welches Wasser überzeugt?
© ZB, Michael Hanschke

24. Juli 2021 - 14:59 Uhr

Stilles Mineralwasser: Teuer ist nicht gleich gut

Wasser ist gesund und der beste Durstlöscher. Stilles Wasser hat dabei nur eine geringe Menge an Kohlensäure, so dass es für empfindliche Mägen leichter zu verdauen ist und kein Völlegefühl im Bauch erzeugt wie das beliebte Sprudelwasser. Stiftung Warentest hat in einem großen Test 32 stille Mineralwasser untersucht. Mit interessanten Ergebnissen, denn nicht etwa die teuren Edel- und Biomarken räumen im Test Bestnoten ab, sondern einige günstige Discounter-Marken.

So hat Stiftung Warentest getestet

Unter den 32 getesteten Mineralwasser-Marken fanden sich 14 sogenannte Markenwässer aus Deutschland, 13 Eigenmarken von Discountern und Supermarkt-Ketten, drei bekannte Marken aus Frankreich und je eine aus Norwegen und Portugal wieder – fünf Produkte waren dabei mit dem Bio-Siegel versehen. Abgefüllt wurden die Mineralwasser dabei entweder in Glasflaschen, Einweg-, PET- oder Mehrweg-PET-Flaschen oder einmal auch in einer Kartonverpackung.

Eine geschulte Prüfgruppe hat dabei den Geschmack, das Aussehen, den Geruch und das Mundgefühl der verschiedenen Mineralwasser bewertet. Dabei gab es bei den meisten Marken nichts zu beanstanden, da stilles Wasser nun auch nicht die besondere Geschmacksexplosion erwarten lässt. Negativ wurde bewertet, wenn das stille Mineralwasser einen Fremdgeschmack aufwies.

Die Mineralwasser wurden zudem auf unterschiedliche Schadstoffe wie Arsen, Chrom oder Nitrat untersucht. Wie immer haben auch die Art und Weise der Verpackung, mögliche Verunreinigungen und falsche Angaben bei der Deklaration Einfluss auf die Gesamtnote.

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Acht von 32 stillen Mineralwassern haben von Stiftung Warentest die Gesamtnote "sehr gut" bekommen. Das preisgünstigste Wasser unter den Testsiegern mit dem Qualitätsurteil 1,4 ist das stille Mineralwasser von Kaufland K Classic aus der Quelle Löningen in Niedersachsen für gerade mal schlappe 19 Cent pro Liter. Die Discounter-Marke teilt sich das Testsieger-Treppchen mit den stillen Wassern von Fürst Bismarck (51 Cent pro Liter, Quelle: Aumühle bei Reinbeck in Schleswig Holstein) und den Lichtenauer Mineralquellen Pur (Sachsen) für 52 Cent pro Liter.

Auffällig: Unter den weiteren fünf Mineralwassern, die mit dem Gesamturteil von 1,5 auch die Note "sehr gut" erhalten haben, sind neben Aqua Vitale Naturelle ausschließlich Discounter-Eigenmarken wie Saskia Still von Lidl, Elitess von Penny und Ja! Still von Rewe zu finden

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Verlierer: Bio- und Edelmarken halten nicht, was sie versprechen

Kein teures Edel- und Biowasser kann im Test einen Grund liefern, warum es sich lohnen könnte, für das Grundnahrungsmittel Wasser etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen. Im Gegenteil, teure Marken wie Voss aus Norwegen, Healsi aus Portugal und das Rieser Urwasser Bio Still gehören zu den klaren Verlierern des Tests. Bei den Edelmarken aus dem Ausland wird die fehlerhafte Deklaration bemängelt, die zudem mehr verspricht, als sie wirklich hält. Die Anzahl der Mineralstoffe sind bemerkenswert gering und Voss hat zudem beim Quellort geschummelt – das gibt klare Abzüge und nur die Gesamtnote "ausreichend".

Auch zwei Bio-Marken schmieren ab. Beim bereits genannten Rieser Urwasser wurden Pestizide entdeckt und der Radium-Gehalt lag nur knapp unter der Obergrenze – für ein Bio-Produkt, das laut Eitikett zur Babynahrung geeignet sein soll, ein absolutes Unding, das mit der Note "mangelhaft" abgestraft wurde. Der Hersteller hat die Abfüllung mittlerweile gestoppt.

Wasser im Tetra-Pack schmeckt nach Verpackung

Frau trinkt Mineralwasser
Stilles Mineralwasser löscht am besten den Durst - ohne das man ein Völlegefühl im Bauch bekommt.
© deutsche presse agentur

Das Mineralwasser Landpark Bio-Quelle Naturell gehört ebenso zu den Verlierern. Das Problem: die Verpackung. Beim einzigen getesteten Produkt, das im Tetra-Pack abgefüllt wurde, schmeckt man leider die Verpackung aus Kunststoff und Karton heraus, so dass das Landpark-Wasser geschmacklich deutlich am schlechtesten abgeschnitten hat.

Interessant auch: die beliebten stillen Wasser aus der französischen Nachbarschaft Volvic, Vittel und Evian tauchen mit dem Testergebnis "gut" nur im Mittelfeld auf.

Fazit: Günstig heißt im Fall von stillem Mineralwasser tatsächlich oft "sehr gut", Edel- und Biomarken können den Discountern bei weitem nicht das Wasser reichen. Das ist für Kundinnen und Kunden und ihre Geldbeutel wahrlich ein Grund zur Freude! (twe)

Alle Testergebnisse finden Sie auf der Website von Stiftung Warentest.

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