Lebensmittel bei Stiftung Warentest: Markenprodukte nicht besser als günstige Handelsmarken der Discounter

26. Juli 2018 - 10:32 Uhr

Tests zeigen: Gutes muss nicht teuer sein

Was ist besser: Das Original-Markenprodukt oder die meist preiswertere Handelsmarke? Stiftung Warentest hat die Produkte in puncto Preis, Qualität, Geschmack und Schadstoffe untersucht und verglichen. Und festgestellt: Die Handelsmarken können durchaus mithalten.

Wer Handelsmarken kauft, spart Geld aber nicht an Qualität

In den vergangenen sechseinhalb Jahren wurden sage und schreibe 1739 Lebensmittel - 862 Marken-Produkte und 877 Handelsmarken-Produkte - in 72 verschiedenen Tests getestet. Diese Reihe soll Aufschluss darüber geben, ob klassische Marken wie Nutella oder Coca-Cola besser abschneiden, als ihre Handelsmarken-Pendants von Lidl, Aldi und Co.. Und wie so oft bedeutet teuer nicht gleich besser.

Die Testergebnisse im Überblick

Preis

Exemplarisch hat die StiWa zwei Einkaufskörbe mit zehn gleichen Produkten gefüllt. Cola, Nuss-Nougat-Creme, Spaghetti und mehr wurden eingepackt, um die Preisunterschiede zwischen Markenprodukt und No-Name-Produkt festzustellen. Während der Warenkorb mit den Traditionsmarken mit 36,03 Euro ins Gewicht fiel, kostete der Warenkorb mit Handelsmarken glatt 45 Prozent weniger und ging mit 19,68 Euro ins Rennen.

Wer also nicht auf Marken-Lebensmittel setzt, kann deutlich günstiger einkaufen. Und die Qualität leidet darunter nicht.

Qualität

Janine Schlenker, Projektleiterin von StiWa, bezeichnet den Qualitätsvergleich als echtes "Kopf-an-Kopf-Rennen". Denn die Qualitätsurteile verteilen sich sehr gleichmäßig über die Notenskala von sehr gut bis mangelhaft. Auffallend war allerdings, dass Handelsmarken bei alltäglichen Produkten wie Butter, Gouda oder Spaghetti besonders gut abschneiden, während klassische Marken eher mit Lebensmitteln zu besonderen Anlässen wie Sekt, Christstollen oder roten Säften punkten konnten.

Geschmack

Aber welche Produkte liegen beim Geschmackstest vorne? 16 Prozent der klassischen Marken wurden im Test mit der Note sehr gut bewertet, während nur 7 Prozent der Handelsmarken als ebenso lecker empfunden wurden. Gerade Senf, Grillsoßen und Stollen von Traditionsmarken ließen Feinschmecker-Herzen höher schlagen. Bei frischem Lachs, Naturjoghurt, Hackfleisch und Pralinen hielten sich teuer und günstig die Waage. Gerade unter Ölen gab es überraschenderweise teure Flops. Oliven- und Arganöle, die pro Liter mit 95 bis 112 Euro zu Buche schlagen, wurden geschmacklich als ranzig und käsig wahrgenommen.

Schadstoffe

Im Schadstoff-Vergleich stellte StiWa fest, dass die Traditionsmarken stärker durch negative Ausreißer auffallen. So wurden 5 Prozent der Marken-Produkte mit einem mangelhaften Urteil bewertet, bei den Handelsmarken waren es mit 2 Prozent mehr als halb so wenige. Die schlechteste Schadstoffnote 5,5 wurde siebenmal vergeben, davon viermal an klassische Markenprodukte. Darunter: Ein Basilikum-Pesto, zwei Leinöle, einen Kamillentee sowie schwarzen Pfeffer. Dazu muss man allerdings sagen, dass in Tees generell viele Schadstoffe gefunden wurden. Die krebserregenden Pyrrolizidinalkaloide wurden in schwarzen, grünen und Kräutertees auf beiden Seiten gefunden.

Weitere, detaillierte Ergebnisse des Tests finden Sie im Originaltest auf der Seite der Stiftung Warentest.