Leicht, légère und fettreduziert

Stiftung Warentest: Diese Light-Produkte lohnen sich wirklich

Light oder doch normal? Wer Kalorien sparen will, greift im Supermarkt gerne zu Light-Produkten. Aber ist das immer so sinnvoll?
Light oder doch normal? Wer Kalorien sparen will, greift im Supermarkt gerne zu Light-Produkten. Aber ist das immer so sinnvoll?
© iStockphoto, STEVE DEBENPORT

17. Dezember 2019 - 14:59 Uhr

Stiftung Warentest hat 77 Light-Produkte getestet

Leicht, légère, mit weniger Fett und ohne Zucker - die Supermarktregale sind voll von Produkten, die uns leckeres Schlemmen ohne Gewichtszunahme versprechen. Light-Produkte beschränken sich längst nicht mehr auf Cola Light und fettarme Milch. 77 Produkte hat Stiftung Warentest unter die Lupe genommen, um herauszufinden: Wann lohnt sich Light wirklich?

Rund 40 Prozent der Deutschen kaufen Light-Produkte

Wer seine Lieblingslebensmittel genießen möchte, ohne dabei zuzunehmen, greift gerne auf Light-Produkte zurück. Schließlich müssen als solche gekennzeichnete Lebensmittel mindestens 30 Prozent weniger Zucker, Fett, Kohlenhydrate oder Kalorien enthalten.

Das Problem: Damit das Produkt genauso gut schmeckt und die gleiche Konsistenz hat wie das herkömmliche, muss der fehlende Zucker oder das reduzierte Fett kompensiert werden. Das geschieht Stiftung Warentest zufolge oftmals mit ungesunden Fetten, umstrittenen Süßstoffen oder Zusatzstoffen, die wir besser meiden sollten.

Kalorien, Zucker und Fett sparen - manches klappt, anderes nicht

Kalorien sparen dank Light-Produkten. Das klappt bei fast allen überprüften Produkten. Am besten bei fettreduzierter Kochsahne, Halbfettmargarine und Produkten mit Süßstoffen. Zu viel sollte man davon aber auch nicht zu sich nehmen, rät Stiftung Warentest. Sonst ist die Ersparnis dahin.

Einfach weniger Zucker verwenden - das funktioniert bei Light-Produkten meist nicht. Nur bei 4 von 22 Produkten wird der Zuckergehalt verringert, ohne etwas an der Rezeptur zu verändern. Die fehlende Süße wird stattdessen mit Süßstoffen, Fruktose, Honig oder Agavendicksaft ersetzt. Gut funktioniert die Light-Version bei dem Kinder-Dessert Monte mit "30 Prozent weniger Zucker": Hier wird einfach mehr Vollmilch hinzugefügt. Beim Ketchup für Kids von Real Quality kompensiert mehr Wasser den fehlenden Zucker. Das spart auch Kalorien.

Aber Achtung: Weniger Zucker heißt nicht automatisch weniger Kalorien. Bei dem "Activ Müsli" von Aldi Nord ersetzen mehr Vollkornhaferflocken den fehlenden Zucker. Das sind zwar mehr Kalorien, aber dafür bessere komplexere Kohlenhydrate und wertvolle Ballaststoffe.

Wenig Fett zu essen, ist gut für den Fettstoffwechsel. Doch es geht nicht nur um die Menge an Fett, sondern vor allem um die Qualität. Fehlt Fett, fügen Hersteller zudem teilweise mehr Zucker hinzu, beispielsweise bei Salatdressings, Joghurt und Milchdrinks.

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Bei diesen Produkten lohnt sich Light

Gut klappt die Fettreduzierung laut Stiftung Warentest bei Produkten wie Frikadellen, Salami, Halbfettmargarine, Schnitt- und Weichkäse und teilweise auch Frischkäse. Fett wird hier eingespart durch magereres Fleisch, fettärmere Milch oder mehr Wasser - ganz ohne Zusatzstoffe. Gerade weil viele diese Produkte in größeren Mengen essen, lohnt es sich hier, zu Light zu greifen.

17 der getesteten Produkte sparen zwischen ein Fünftel bis zur Hälfte an Fett und Kalorien. Gute Beispiele dafür sind:

  • die "Chef Select Mini Frikadellen Light" von Lidl (Fettersparnis -36%, Kalorienersparnis -23%),
  • die "Dulano Light Salami" von Lidl (Fettersparnis -35%, Kalorienersparnis -26%)
  • und der "Leerdammer Léger mild-nussig"-Schnittkäse (Fettersparnis -42%, Kalorienersparnis -26%).

Welche Light-Produkte noch empfehlenswert sind, erklärt Stiftung Warentest hier.

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