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Stierkampf-Ausflüge für Kinder sorgen für Ärger

In Frankreich noch Tradition

Stierkampf-Ausflüge für Kinder sorgen für Ärger

Der spanische Stierkämpfer (Matador) Alejandro Talavante kämpft am 24.05.2017 in Madrid, Spanien, in der Las Ventas Stierkampfarena gegen einen Bullen der Nunez del Cubillo Ranch.
Für Teile Frankreichs und Spaniens sind sie Tradition, für den Rest der Welt meist abschreckend: Stierkämpfe.
DO hjb sab, dpa, Daniel Ochoa De Olza

Ein etwas anderer Schulausflug: Mit den Mitschülern zum Stierkampf

Stierkämpfe sind eigentlich schon länger umstritten – kein Wunder also, dass die Stierkampf-Ausflüge im französischen Béziers nun für Aufregung sorgen. Denn: Die Ausflüge sind extra für Schüler ausgelegt worden, damit ihnen der Stierkampf näher gebracht wird. Aber wer steckt hinter einer solchen Idee?

Ein Stierkampf-Verein auf der Suche nach Nachwuchs

Stierkampf-Gegner protestieren aktuell im Südwesten Frankreichs gegen Stierkämpfe, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet. Genauer gesagt gegen Stierkampf-Ausflüge, an denen französische Schüler teilnehmen sollen. Der Grund: Ein Stierkampf-Verein will auf diese Art und Weise Nachwuchs für sich gewinnen, den Kindern soll gezeigt werden, wie viel Spaß man beim Stierkampf haben kann.

Die Anti-Stierkampf-Gruppe Colbac hat bereits mitgeteilt, dass Schüler der Stierkampf-Schule bereits zum Einsatz gekommen sind, um den anderen Kindern Schaukämpfe vorzuführen und ihnen so zu zeigen, wie „cool“ das Ganze ist. Die Organisation setzt sich schon lange dafür ein, dass in Béziers und anderen Teilen Frankreichs keine Stierkämpfe mehr organisiert und durchgeführt werden. Das als Spektakel inszenierte Leid von Tieren sei für sie im Jahr 2021 weder zeitgemäß noch akzeptabel. Vor allem die Eltern gilt es nun zu sensibilisieren.

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Beim Thema Stierkampf scheiden sich die örtlichen Geister

Es ist ein einziges Hin und Her, eine Einigung scheint so schnell nicht in Sicht: Der Vereinssprecher des örtlichen Stierkampf-Vereins sagt, die Stierkampftradition gehöre zur Geschichte Frankreichs. Die Stierkampfgegner sind anderer Meinung und froh, dass sie zumindest letzte Woche erste Erfolge feiern konnten: Der Besuch einer Kindergruppe im Stierkampfmuseum wurde abgesagt.

Wie der Sender France Info berichtete, verlangt der Bürgermeister künftig die schriftliche Zustimmung der Eltern, wenn Kinder an Stierkampf-Aktivitäten teilnehmen sollen. Bleibt abzuwarten, wie es weitergeht. (dpa/vdü)