Der BVB und die Flucht nach vorn

Rolls Reus und Urgewalt Haaland: Warum Borussia Dortmund Meister wird

Der zweitwichtigste Spieler beim BVB: Erling Haaland
Der zweitwichtigste Spieler beim BVB: Erling Haaland
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13. August 2021 - 12:17 Uhr

Statistik spricht für Schwarz-Gelb

Von Marc Chmiel

Die Zahlen lügen nicht. Borussia Dortmund steht bei neun Pflichtspiel-Siegen hintereinander. Was die Form angeht, geht der BVB also eigentlich als Favorit ins Meisterschaftsrennen. Der neue Trainer Marco Rose kann dabei auf einen Schlüsselspieler setzen, der im Meisterschaftskampf den Unterschied machen kann. Und der heißt NICHT Erling Haaland. Wobei, der natürlich auch …

RTL-Sportchefs uneins in der Meisterfrage

Nein, er ist nicht mehr so schnell wie früher. Und bei den Volleyabnahmen vergangene Saison, war es eher von Vorteil, dass keine Zuschauer im Stadion waren - es hätte Verletzte auf den oberen Rängen geben können. Trotzdem ist Marco Reus wichtiger denn je. Nicht mehr als Vollstrecker, aber als Vorbereiter und Leader.

Während alle Welt über Erling Haaland spricht, der dem neuen Trainer Marco Rose mit drei Toren den ersten Pflichtspiel-Sieg geschenkt hat, wird gern übersehen: Alle drei Tore hat Marco Reus eingeleitet. Genauso wie alle vier Tore des BVB beim Pokal-Finale gegen Leipzig. Nach einer langen Phase von Verletzungen und Formschwankungen ist Marco Reus endlich wieder in Top-Form.

Und das ist dringend notwendig. Denn auch mit Erling Haaland gab es vergangene Saison genug Spiele, in denen der BVB vorne überhaupt nicht zum Zug kam. Erst als der Rolls Reus wieder in Fahrt kam, pflügte Schwarz-Gelb durch die Liga und zum Pokalsieg. Das weiß der 32-Jährige und hat deshalb sogar die EM sausen lassen, um seine Form nicht zu gefährden. Für BVB-Fans kann das nur eins heißen: Der Kapitän hat Bock auf den Titel.

Haaland ist der bessere Lewandowski

Klar, mit Jadon Sancho hat wohl der beste Außenspieler der Dortmunder Geschichte die Mannschaft verlassen. Aber der neue Trainer macht aus der Not eine Tugend und tritt die Flucht nach vorn an. Roses Raute funktionierte in der Vorbereitung bestens, schnell und geradlinig ging die Post ab. Mo Dahoud ist endlich explodiert, selbiges könnte auch Julian Brandt gelingen. Mit Jude Bellingham, Gio Reyna und dem immer noch erst 16-jährigen Youssouffa Moukoko hat der BVB immer noch drei der weltweit heißesten Talente am Start.

Und vorne ist dann eben noch diese Urgewalt Erling Haaland. Der Norweger, der im Strafraum noch Liegestütze pumpt, bevor er seine Elfer verwandelt. Ok, Robert Lewandowski hat letztes Jahr den für die Ewigkeit geltenden Torrekord von Gerd Müller gebrochen. Aber mal ehrlich: Dürften Sie sich einen Stürmer in der Bundesliga aussuchen, Sie würden sich auch für Erling Haaland entscheiden, oder? Zumal der 21-Jährige durch den Wechsel zum Zwei-Mann-Sturm noch mehr Unterstützung erhält. Zwar muss sich 30-Millionen-Mann Donyell Malen noch beweisen, aber nach Barrios, Lewandowski, Aubameyang, Paco und Haaland sollte klar sein: Stürmer scouten KANN der BVB, was soll also schiefgehen?

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You'll never walk alone

Gut, Sorgen gibt's hinten. Aktuell fehlen verletzungs-, corona- und liebesbedingt drei Viertel der Abwehr. Auch der wehmütige Abgang von Klub-Legende Lukas Piszczek hinterlässt eine Lücke. Aber erstens ist Angriff die beste Verteidigung. Zweitens wird sich Thomas Meunier als Kampfsau auf der rechten Schiene doch noch in die Herzen der BVB-Fans ackern (ehrlich!) und drittens ist hinten ja endlich ein echter Rückhalt zwischen den Pfosten.

Zwar hat Michael Zorc auf die Frage "Wie viele Schweizer Nationaltorhüter können in einer Mannschaft spielen" einfach mit "Ja!" geantwortet. Nach Marwin Hitz und Roman Bürki ist mit Gregor Kobel ist aber endlich einer dabei, der Flanken abfängt, der auch mal vor dem Strafraum anspielbar ist und einfach absolute Sicherheit ausstrahlt. Bedenkt man dazu, dass die fußballhungrigen Fans endlich wieder ihre Spieler im Westfalenstadion nach vorne peitschen können, steht fest: Borussia Dortmund wird 2021/22 Meister und Kapitän Marco Reus damit endgültig zur BVB-Legende.