Wie haben sie das geschafft?

SSW feiert nach 70 Jahren den Einzug in den Bundestag

Stefan Seidler sitzt künftig im Bundestag. Foto: Axel Heimken/dpa/Archivbild
Stefan Seidler sitzt künftig im Bundestag. Foto: Axel Heimken/dpa/Archivbild
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27. September 2021 - 15:06 Uhr

Stefan Seidler: "Meine Stimme ist ein bisschen weg!"

Erstmals seit rund 70 Jahren zieht der Südschleswigsche Wählerverband (SSW) mit einem Abgeordneten wieder in den Bundestag ein. Für den SSW sitzt künftig der Flensburger Stefan Seidler im Bundestag "Wir freuen uns alle in unserer kleinen Partei, das ist sensationell! Aber die Stimme ist ein bisschen weg, ich habe ganz viel gesprochen, nicht nur gefeiert, aber so ist das nach einem harten Wahlkampf" so Stefan Seidler gegenüber RTL Nord am Montag.

Wie hat der SSW das nur geschafft?

26.09.2021, Schleswig-Holstein, Flensburg: Stefan Seidler, Spitzenkandidat des Südschleswigschen Wählerverbandes (SSW), lächelt auf der Wahlparty der Partei der dänischen Minderheit und der nationalen Friesen in die Kamera. Die Partei ist von der Fün
Bundestagswahl - Wahlparty der SSW
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Die Partei der dänischen Minderheit und der nationalen Friesen hatte sich zum ersten Mal seit 60 Jahren wieder dazu entschlossen, an einer Bundestagswahl teilgenommen. Sie ist als Partei der nationalen Minderheit von der Fünf-Prozent-Hürde ausgeschlossen und musste nur so viele Stimmen gewinnen, dass ihr nach dem Berechnungsverfahren ein Sitz zusteht. Gewählt werden konnte der SSW nur in Schleswig-Holstein. Stefan Seidler jedenfalls ist schon voller Tatendrang: "Ich mache mich in den nächsten Tagen auf den Weg. Ich muss ein Team zusammenstellen von tüchtigen Leuten die bei mir und mit mir arbeiten wollen. Und wir sind auch schon im Dialog mit allen: Wo sollen wir sitzen, welche Büroräume bekommen wir dort? Das ist alles ganz spannend!"

Wer ist der SSW?

Stefan Seidler
Stefan Seidler, Bewerber für Listenplatz 1 des Südschleswigschen Wählerverbands (SSW), feiert. Foto: Axel Heimken/dpa
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Gegründet wurde der SSW 1948 auf Anordnung der britischen Militärregierung als politische Interessenvertretung der dänischen Minderheit. Bei der Gründung schlossen sich auch die nationalen Friesen in Nordfriesland der Partei an. Die 1950 eingeführte Fünf-Prozent-Klausel galt zunächst auch für den SSW. In Verbindung mit der Bonn-Kopenhagener-Erklärung von 1955, die den Minderheitenschutz auf beiden Seiten der deutsch-dänischen Grenze festschrieb, wurde der SSW von der Fünf-Prozent-Klausel befreit.

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"Wir müssen nach Berlin und da mehr auf den Tisch hauen!"

In Schleswig-Holstein ist der SSW seit Jahrzehnten eine feste Größe und im Landtag sowie vielen Kommunalparlamenten vertreten. Von 2012 bis 2017 war die Partei zudem an der Landesregierung beteiligt. Für den SSW ist es jetzt eine Rückkehr in den Bundestag nach sehr langer Zeit: "Unser Norden kommt zu kurz und genau das hat uns motiviert zu sagen wir müssen jetzt nach Berlin und da mehr auf den Tisch hauen, um Schleswig-Holstein mehr auf die Tagesordnung zu bringen," so Seidler.(dpa/kst)