Spiegelglatte Straßen im Norden - 'Hitze' im Süden

Während im Norden spiegelglatte Straßen den Weihnachtsverkehr behindern und Dutzende Autofahrer bei Schnee- und Eisregen in Unfälle verwickelt wurden, steuern der Westen und der Südwesten auf Rekord-Temperaturen zu.
© dpa, Jörg Carstensen

10. Februar 2016 - 20:12 Uhr

Wetter-Zweiteilung hält an: Im Süden warm und regnerisch - im Norden noch glatt

Während im Norden spiegelglatte Straßen den Weihnachtsverkehr behindern und Dutzende Autofahrer bei Schnee- und Eisregen in Unfälle verwickelt wurden, steuern der Westen und der Südwesten auf Rekord-Temperaturen zu: Mit bis zu 17 Grad kann es örtlich das wärmste Weihnachten seit Beginn der Wetteraufzeichnung werden.

Davon ist in Norddeutschland derzeit noch wenig zu spüren. Noch schneit es vor allem im Nordosten, allerdings klettern dort die Temperaturen in den kommenden Tagen in den Plusbereich.

In Hamburg und Schleswig-Holstein verwandelte Eisregen die Straßen in glatte Fahrbahnen. In der Folge kam es nach Polizeiangaben zu mehr als 80 Autounfällen, bei denen drei Menschen leicht verletzt wurden.

Die A23 war nach einer Massenkarambolage mit 14 Fahrzeugen ab Pinneberg Süd in Richtung Hamburg für zweieinhalb Stunden gesperrt. Zunächst habe ein Auto aus unbekannter Ursache auf dem Seitenstreifen der A23 in Richtung Norden gehalten. Der Fahrer habe die Polizei gerufen. Als die Beamten eintrafen, habe ein vorbeifahrendes Auto gebremst und sei dabei ins Schleudern geraten. In den Unfallwagen seien dann auf einer Strecke von 400 Metern 13 weitere Autos hineingefahren, die auf vereister Fahrbahn nicht mehr halten konnten. "Für einen so großen Unfall ist das glimpflich ausgegangen", sagte eine Polizeisprecherin.

Rekordtemperaturen und Ansteigen der Lawinengefahr

Spätestens am Heiligen Abend ist die Glättegefahr aber wieder überall vorbei: Tauwetter mit Temperaturen bis zu 17 Grad ist angesagt. Nur in Richtung Rügen könnte es noch für gefrierenden Regen reichen. Auch auf weiße Weihnachten bestehen nur noch im äußersten Nordosten Chancen.

In Oberstdorf liegt die höchste Temperatur im letzten Dezemberdrittel bei 17,9 Grad, es ist möglich, dass dieser Rekordwert fällt. Damit steigt aber auch an den Weihnachtstagen die Hochwassergefahr weiter an. In den vergangenen Stunden sind teilweise bis zu 40 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Außerdem regnet es heute über der Mitte und im Südosten nochmals recht ergiebig weiter. Durch die hohe Schneefallgrenze taut in den Bergen zudem der Schnee und lässt die Flüsse weiter anschwellen.

In Köln kann der Rhein die 8-Meter-Marke brechen, dann wird es langsam eng für die Altstadt. Da zwischen den Jahren die Schneefallgrenze aber wieder sinkt, sollte Köln noch einmal mit einem blauen Auge davonkommen. Übrigens ist durch die warme Witterung die Lawinengefahr erheblich. Selten wird schon im Dezember Lawinenwarnstufe 3-4 auf der Skala bis 5 ausgegeben.