Geschmackloser Werbegag

Eon Next verscherzt es sich mit seinen britischen Kunden

17. Januar 2022 - 11:50 Uhr

Ein Paar Socken in der Post und der Tipp dazu, die Heizung runterzudrehen – Eon-Kunden in Großbritannien finden das angesichts der Energiekrise nicht lustig. In den sozialen Medien machen sie ihrer Wut Luft.

"Erbärmliches Paket"

Für die Socken, die die britische Tochter des deutschen Energieriesen Eon Next ihren rund 30.000 Kunden per Post schickte, erntete der Versorger binnen kürzester Zeit zahllose wütende Kommentare in den sozialen Medien. Angesichts explodierender Heizkosten sei das ein "erbärmliches Paket", so ein Kunde. "Ich will nicht eure billigen fiesen kostenlosen Socken, ich will bitte billigere Stromrechnungen", schreibt ein anderer Nutzer.

Der Energiekonzern entschuldigte sich in einer offizielle Stellungnahme. Die Socken seien "in keiner Weise dazu gedacht gewesen, von der Ernsthaftigkeit der aktuellen Energiekrise abzulenken", zitiert der "Guardian" einen Unternehmenssprecher. Die Haushalte hätten im vergangenen Jahr an einer "Energiesparkampagne" teilgenommen. Man habe die Menschen "auf spielerische Weise" dazu anregen wollen, über eine Verringerung ihres CO2-Fußabdrucks nachzudenken. Der Zeitpunkt für die Kampagne hätte allerdings kaum schlechter sein können.

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Eon ist nicht der einzige Versorger, der sich blamiert

Takt und Feingefühl scheint bei britischen Versorgern derzeit insgesamt Mangelware zu sein. Vor Eon hatte Wettbewerber Ovo Energy in einem Kundenbrief dazu aufgefordert, mit einem Haustier zu kuscheln oder zu springen, um sich warmzuhalten. In einem BBC-Interview entschuldigte sich vergangene Woche auch Ovo-Energy-Chef Stephen Fitzpatrick für diesen Fauxpas: "Es ist wirklich ärgerlich und peinlich, … mich für etwas zu entschuldigen, das wir wirklich niemals hätten schreiben sollen." (mmü, ddi)