Tuenti-Gründer Zaryn Dentzel wurde offenbar mit einem Messer in die Brust geritzt

Einbrecher foltern Millionär und erbeuten „Dutzende Millionen Euro“

Zaryn Dentzel wurde offenbar in seinem eigenen Haus überwältigt.
Zaryn Dentzel wurde offenbar in seinem eigenen Haus überwältigt.
© Instagram/zaryndentzel

07. November 2021 - 12:25 Uhr

Verbrecher erpressen Passwort zu Bitcoin-Konten

Es hört sich nach Szenen direkt aus einem Action-Thriller an: Ein schwerreicher Internet-Unternehmer wird in seinem eigenen Haus von Eindringlingen überwältigt und so lange gefoltert bis er das Passwort zu seinen gigantischen Bitcoin-Konten verrät. Genau dieses schreckliche Schicksal ist Zaryn Dentzel nun jedoch offenbar in Madrid widerfahren. Die Polizei sucht fieberhaft nach den Tätern.

Bitcoin-Millionär wurde offenbar mit Elektroschocker und Messer gefoltert

Laut spanischen Medien öffnete Dentzel am Dienstag nichtsahnend seine Tür, als vier bis fünf vermummte Personen in sein Haus stürmten. Demnach überwältigten die Eindringlinge den 38-Jährigen, verbanden ihm die Augen und begannen Dentzel brutal zu schlagen.

Dentzel erklärte der Polizei, dass er zusammen mit einem Freund und einem Handwerker, die ebenfalls in Dentzels Luxusanwesen waren, gefesselt und geknebelt worden sei. Die Täter hätten den Millionär mit einem Elektroschocker gequält, ihm ein Spray in die Augen gesprüht und ihm mit einem Messer in die Brust geritzt.

Verbrecher erbeuten „Millionen Euro in Bitcoin“

Einbrecher foltern Millionär und erbeuten „Dutzende Millionen Euro“
Der Kurs des Bitcoin schwankt immer sehr stark (Symbolfoto).
© REUTERS, EDGAR SU, /FW1F/Himani Sarkar

Die Verbrecher ließen demnach erst von Dentzel ab, als er den Eindringlingen das Passwort zu seinen Bitcoin-Konten verriet. Daraufhin seien die Schurken mit "mehreren Dutzend Millionen Euro in Bitcoin" getürmt. Auch Laptops und Tablets hätten sie aus der Wohnung mitgenommen.

Ein Nachbar sagte aus, dass er mehrere vermummte Männer das Haus mit Plastiksäcken in den Händen verlassen sehen habe. Nach einem Notruf aus der Nachbarschaft tauchte die Polizei bei Dentzels Luxusanwesen auf – allerdings zu spät.

Die Behörden bestätigen die Berichte mehrerer spanischen Medien. Die Polizei erklärte, dass mehrere Indizien dafürsprechen, dass es sich bei den Tätern um eine Bande aus Osteuropa handeln könnte. Man ermittle allerdings in alle Richtungen, so ein Polizeisprecher.

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Dentzel gründete das „Facebook Spaniens“

Dentzel ist US-Amerikaner, wohnt allerdings bereits seit mehr als 20 Jahren in Spanien. Sein Vermögen verdiente der Unternehmer vor allem als Mitbegründer der spanischen Firma Tuenti.

Tuenti wurde 2006 als soziales Netzwerk auf der iberischen Halbinsel gegründet und war bis 2012 die populärste Social-Media-Plattform Spaniens – das "Facebook Spaniens", wie es einige Medien tauften. Heute ist Tuenti ein Mobilfunkanbieter in Spanien und Lateinamerika und gehört zu einhundert Prozent zum Telefónica-Unternehmen.

In den letzten Jahren erbeuteten Verbrecher häufiger Vermögen in Bitcoin oder einer anderen Kryptowährung. In der Regel erfolgen diese Überfälle allerdings eher durch Hacker als durch Konfrontationen außerhalb des Internets. (jda)