Sechs Experten-Tipps für Blumen, Obst und Co.

So machen Sie den Garten fit für den Herbst

Gärtnern im eigenen Garten
Gärtnern im eigenen Garten
© Pixabay

06. Oktober 2021 - 13:50 Uhr

Ein bunter Garten das ganze Jahr über

Grauer Himmel und farbloser Garten? Das muss nicht sein! Wenn die Sonne im Spätsommer nur noch selten rauskommt, ist der perfekte Zeitpunkt, um den Garten oder den Balkon fit für den Herbst zu machen und sogar schon die ersten zarten Pflanzen für das Frühjahr einzusetzen. Floristin Corinna Menzel-Jahns erklärt, worauf Sie achten müssen.

Tipp Nr. 1: Weg mit dem alten Zeug!

Wenn sich an Ihren Pflanzen noch ältere, vertrocknete Blätter befinden ist es sinnvoll, diese abzuschneiden. So haben die neuen Triebe genügend Platz, sich zu entwickeln und die Pflanze bekommt wieder eine schöne Form. "Stauden kann man jetzt schonmal zurückschneiden," erklärt Corinna Menzel-Jahns. Auch verwelkte bzw. verblühte Blumen sollten Sie besser abschneiden. Die zurückgestutzten Pflanzen werden es Ihnen mit neuen Trieben danken.

Tipp Nr. 2: Topfleichen wiederbeleben

Wer kennt sie nicht, die guten alten Topfleichen? Gefühlt kommt schon jede Hilfe zu spät, denkmalgleich bleibt die Pflanze aber noch stehen und wird weiter gegossen. Aber keine Sorge: Hier können Sie tatsächlich noch etwas retten. Also raus mit der alten Erde und mit neuer Erde auffrischen. Dadurch bekommt die Pflanze neue Nährstoffe und somit auch Kraft für den Herbst. Dabei müssen Sie darauf achten, dass die komplette Wurzel bedeckt ist. Denn nur so können die wertvollen Nährstoffe auch wirklich an die Pflanze gelangen.

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Tipp Nr. 3: Erntezeit

Quelle: Fotolia
Für Äpfel ist der Spätsommer eine gute Erntezeit
© blacksock

Egal ob Äpfel, Birnen oder anderes Obst: Gegen Ende des Sommers hängen die leckeren Früchte massenweise an den Bäumen. "Wenn man Obstbäume hat, ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um zu ernten und die Früchte einzukochen", meint Corinna Menzel-Jahns. Ob Ihr Obst erntereif ist, erkennen Sie, wenn die sortentypische Farbe oder der sortentypische Duft erreicht ist. Und dann steht der selbst gekochten Marmelade, leckeren Säften oder einem tollen Obstsalat nichts mehr im Weg.

Tipp Nr. 4: Herbstpflanzen sorgen für bunte Farbtupfer

Die orangefarbenen Blüten der Lampionblume, auch Blasenkirsche genannt (Physalis alkekengi L.).
Das schöne Orange der Physalis leuchtet in der Sonne
© picture-alliance / dpa, Siegfried Sammer

Laut Corinna Menzel-Jahns ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um sich um Stauden zu kümmern. "Man kann aktuell sehr gut Stauden teilen, weil jetzt die feuchte Jahreszeit anfängt. Da kann man die sehr gut weiter verpflanzen." Wer gerne ein farbliches Highlight setzen möchte, kann zum Beispiel Physalis pflanzen. Mit ihrer leuchtend orangen Farbe bringt sie ihren Garten direkt zum Strahlen. Und: Die Früchte schmecken sehr gut. Auch die Heide ist ein Herbst-Hingucker. Für den Zierlauch ist der Herbst die beste Pflanzzeit: Er wächst in fast allen Gartenböden, es gibt mehr als 900 Arten. Die Farbpalette reicht von violett über weiß, gelb, rosa und rot bis hin blau.

Tipp Nr. 5: Für den Frühling vorsorgen

 Foto: Kevin Kurek/dpa
Damit Narzissen im Frühling schön blühen, am besten jetzt schon einpflanzen
© dpa, Kevin Kurek, kku gfh

Ihr Rasen ist im Sommer vertrocknet? Kein Problem: Das milde Klima im Herbst eignet sich perfekt für das Anlegen eines neuen Rasens. Auch für ein buntes Streublumenbeet ist jetzt der beste Zeitpunkt. Einfach Blumenzwiebeln verschiedener Frühlingsblüher sähen. Dabei sollten Sie darauf achten, dass diese etwa zur gleichen Zeit blühen und eine ähnliche Größe haben. "Viele setzen jetzt im Herbst auch schon ihre ganzen Zwiebeln, Narzissen und andere Frühblüher", so Corinna Menzel-Jahns. Und das ist durchaus sinnvoll, denn so können die Pflanzen jetzt noch Wurzeln bilden und dann im Frühjahr austreiben.

Tipp Nr. 6 (für die ganz Mutigen): Garten umgestalten

Wer ganz frischen Wind in seinen Garten bringen will, sollte sich jetzt an eine Umgestaltung trauen. "Weil Sie nicht so viel wässern müssen, weil Sie auch nicht diese trockene Luft haben tagsüber", erklärt die Expertin. Neue Pflanzen werden von der Natur "gratis" bewässert, dadurch sparen Sie Wasser und Arbeitszeit ein. Wenn Sie also schon immer mal was Neues ausprobieren wollten: Auf geht's!

No-Go: Laub wegfegen

Igel im Laubhaufen
Igel fühlen sich im Laubhaufen pudelwohl
© iStockphoto, Damian Kuzdak

"Was ich total falsch finde, ist, das ganze Laub wegzufahren. Das sollte man als Winterschutz nutzen für Igel und Insekten. Das Laub kann ruhig ein bisschen in den Beeten liegen bleiben", sagt Menzel-Jahns. Wenn Sie den Igeln aktiv mit einem Unterschlupf helfen wollen, am Besten einen Laubhaufen an einen schattigen, geschützten Platz aufbauen. Für etwas Extraschutz können Sie noch Äste und Reisig dazulegen. (jbl)