So erkennen Sie, ob Ihr Pool wirklich sicher ist

© dpa, A3609 Daniel Karmann

03. März 2016 - 11:13 Uhr

Immer wieder ertrinken Menschen im Pool oder Freibad. Häufig sind Baumängel oder fehlende Abdeckungen vor Pumpen oder Abflusskanälen schuld.

Wie können Sie erkennen, ob der Pool in Ihrem Hotel sicher ist? Mit dieser Checkliste und den Tipps von Urlaubsretter Ralf Benkö können Sie sicher gehen, dass Sie und Ihre Kinder bedenkenlos im Pool schwimmen können!

Wie ist der erste Eindruck?

Zunächst einmal gilt: Verlassen Sie sich auf Ihr Bauchgefühl bei der Begutachtung des Pools. Ist der Pool sauber? Wie ist der bauliche Zustand? Gibt es fehlende oder lose Kacheln oder Fliesen? Hat der Pool scharfe Kanten, an denen man sich verletzen könnte? Ist der Pool ausreichend tief, um beispielsweise einen Köpper ins kühle Nass zu machen? Liegen in der Nähe des Pools Kabel offen herum? Hier kann ein Stromschlag drohen. Dies alles sind Faktoren, die Sie berücksichtigen sollten. Wenn Sie einen oder mehrere der angeführten Mängel bemerken, sollten Sie den Pool meiden.

Ist der Pool oder das Schwimmbecken sauber?

Das Wasser sollte klar sein. Trübes Wasser kann ein Hinweis auf vorhandene Keime und Bakterien sein. Und die vermehren sich umso schneller und leichter, je höher die Wassertemperatur ist.

Gibt es eine klare Trennung zwischen Schwimmer- und Nichtschwimmerbereich

Für Nichtschwimmer sollte es ein seperates Becken oder zumindest einen klar abgetrennten Schwimmbereich geben. Am sichersten und damit besten sind feste Trennungen in Form von Mauern oder Gittern. Die Trennung nur durch eine Kette, ein Seil oder eine schwimmende Markierung sind zu unsicher und können leicht untertaucht oder überschwommen werden. Vor allem Kinder, die gerade erst schwimmen gelernt haben, überschätzen sich und ihre Fähigkeiten oft. Und wenn ihnen dann im tiefen Becken die Puste ausgeht, kann das schnell zu gefährlichen Situationen führen.

Sind Treppen und Leitern im Pool fest verankert?

Treppen und Leitern müssen fest verankert sein. Günstig ist es, wenn die einzelnen Stufen sogenannte Rutschstopper aufweisen. So wird das Risiko minimiert, dass Sie ausrutschen, wenn Sie schnell aus dem Wasser steigen.

Gibt es einen Bademeister?

Im Hotel wie auch in jedem Freibad sollte es einen Bademeister geben, der die Aufsicht über den Pool führt. Nur so kann sichergestellt werden, dass im Ernstfall schnell erste Hilfe geleistet werden kann und es bestensfalls gar nicht erst soweit kommt.

Gibt es Spaßgeräte wie Rutschen, Springtürme oder Wasserfälle im Pool?

Gerade Rutschen oder Wasserfälle üben auf Kinder eine nahezu magische Anziehungskraft aus. Allerdings gelangt über diese Geräte auch ständig weiteres Wasser in den Pool. Damit diese Wassermassen auch wieder abfließen können, haben die Becken große Abflussluken, durch die das Wasser angesaugt wird und wieder ablaufen kann. Diese Luken stellen nicht nur für Kinder eine große Gefahr dar. Sie müssen mit einem festen Gitter gesichert sein. Sollte eine entsprechende Abdeckung fehlen, besteht Lebensgefahr. Strecken Sie auf keinen Fall die Hand oder den Fuß hinein. Kinder sollten in dem Fall gar nicht erst den Pool betreten. Sie könnten angesaugt werden und ertrinken, wenn der Vorfall nicht rechtzeitig entdeckt wird. Günstig ist es auch, wenn es ein seperates Rutsch-Becken gibt. So wird das Risiko des Zusammenstoßens mit anderen Schwimmern reduziert.

Was tun bei Mängeln?

Für Mängel jeglicher Art gilt immer: Listen Sie die Mängel auf und lassen Sie sich diese von einem weiteren Gast oder unabhängigen Zeugen bestätigen. Außerdem sollten Sie Beweis-Fotos oder entsprechende Video-Aufnahmen machen. Sie sollten sich zudem auf jeden Fall direkt im Hotel wie auch beim Reiseleiter beschweren. Nur dann haben Sie später ein Recht auf eine Minderung des Reisepreises.

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