Suche nach vermisster Schülerin in Berlin

So denkt Rebeccas Vater über ihren Schwager: "Er leidet wie wir"

4. März 2019 - 13:34 Uhr

Schwager wurde vorübergehend festgenommen

Bei der Suche nach Rebecca gab es noch immer keinen Durchbruch. Die Schülerin aus Berlin wird seit dem 18. Februar vermisst. Der einzige Verdächtige, der bisher ins Visier der Ermittler geriet, ist der Schwager der 15-Jährigen. Er wurde zwischendurch von der Polizei festgenommen, ist inzwischen aber wieder auf freiem Fuß. Rebeccas Familie hält den 27-Jährigen für unschuldig.

Rebecca verschwand aus dem Haus ihres Schwagers

"Er leidet wie wir", sagte Bernd Reusch, der Vater der Vermissten im RTL-Interview. Im Video erzählt er RTL-Reporter Heinz Kegl, was er über die Arbeit der Polizei in dem Fall denkt.

Rebecca hatte die Nacht vor ihrem Verschwinden im Haus des Schwagers und ihrer Schwester verbracht. Der 27-Jährige war wahrscheinlich der letzte, der mit Rebecca im Haus war. Ihre Schwester musste frühmorgens los, um ihr Kind in die Kita zu bringen und zur Arbeit zu fahren. Der Schwager kam erst früh am Morgen angetrunken von einer Betriebsfeier zurück. Vermutlich verschwand Rebecca irgendwann in der Zeit zwischen sieben und acht, als ihre Schwester schon gegangen war. Als der Schwager nachsehen wollte, ob Rebecca schon aufgestanden war und sich für die Schule fertig machte, war sie bereits verschwunden.

Schwager verwickelte sich wohl in Widersprüche

Wo ist Rebecca aus Berlin?
Die 15 Jahre alte Rebecca aus Berlin wird seit dem 18. Februar vermisst.
© dpa, ---, dna wst

Während die Ermittler den Schwager verhörten, durchsuchte die Spurensicherung sein Haus im Süden des Stadtteils Neukölln. Offenbar fand die Polizei keine Beweise, die es gerechtfertigt hätten, den Mann in Haft zu behalten. Ein Ermittlungsrichter ließ den Mann dann aber wieder gehen. Laut einem Bericht des "Berliner Kurier" muss er sich aber weiterhin regelmäßig bei der Polizei melden und darf die Stadt nicht verlassen.

Die zwischenzeitliche Festnahme des Mannes erklärte die Polizei damit, dass es nicht aufzuklärende Widersprüche "zwischen seinen Angaben und den neusten Ermittlungsergebnissen" gegeben habe. Worauf sich der Verdacht gegen Rebeccas Schwager stützt, wollte die Polizei nicht sagen.

„Mein Schwager ist ein herzensguter Mensch“

Suche nach Rebecca in Berlin
Freiwillige aus der Nachbarschaft verabredeten sich zu einer weiteren privaten Suchaktion, in der Hoffnung eine Spur von Rebecca zu finden.
© dpa, Christoph Soeder, christoph soeder lof

Rebeccas Familie glaubt allerdings nicht, dass der 27-Jährige etwas mit der Verschwinden des Mädchens zu tun hat. Auch Rebeccas zweite Schwester Vivien veröffentlichte eine Nachricht auf Instagram. "Mein Schwager ist ein herzensguter Mensch", sagte sie und bat darum, die Öffentliche "Hetzjagd" auf den Mann zu unterlassen.

Die Polizei geht inzwischen fest davon aus, dass Rebecca nicht mehr lebt. "Da es nach wie vor keinerlei Lebenszeichen von der Vermissten gibt, ist inzwischen davon auszugehen, dass Rebecca Opfer eines Tötungsdeliktes wurde", teilten die Ermittler mit. Die Menschen in der Nachbarschaft wollen die Hoffnung aber nicht aufgeben und organisierten noch einmal eine private Suchaktion. Freiwillige durchkämmten Straßen, Parks und Grünstreifen in der Umgebung und verteilten Flugblätter.

Hinweise nimmt die Mordkommission unter Tel. 030 / 4664-911 333 oder per E-Mail unter lka113-hinweis@polizei.berlin.de sowie jede andere Polizeidienststelle entgegen.