Das müssen Beschäftigte wissen

Seit diesem Mittwoch gilt Homeoffice-Pflicht im Job

Angestellte sollen während der vierten Corona-Welle wieder aus dem Homeoffice arbeiten.
Angestellte sollen während der vierten Corona-Welle wieder aus dem Homeoffice arbeiten.
© iStockphoto, nensuria

26. November 2021 - 10:25 Uhr

Kein 3G im Homeoffice

Am Mittwoch den 24. November trat das neue Infektionsschutzgesetz in Kraft. Es regelt jetzt 3G am Arbeitsplatz und schreibt Unternehmen vor, den Mitarbeitern das Arbeiten vom Homeoffice aus zu ermöglichen. Gut zu wissen: Die 3G-Regel gilt nicht in den eigenen vier Wänden. Wer ausschließlich vom Homeoffice aus arbeitet, muss derzeit also weder geimpft, genesen oder getestet sein. Das Bundesarbeitsministerium hat aber noch weitere wichtige Hinweise zur Homeoffice-Pflicht, die wir zusammengefasst haben:

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Warum muss der Arbeitgeber Homeoffice anbieten?

Laut dem Bundesarbeitsministerium hat sich "das Angebot zum Homeoffice als wirksame Maßnahme zur Reduzierung betriebsbedingter Personenkontakte bewährt." Durch die Ausführung von Tätigkeiten im Homeoffice werden nicht nur Personenkontakte im Betrieb vermieden oder verringert, sondern auch auf dem Weg von und zur Arbeit.

Wann können Beschäftigte nicht ins Homeoffice?

Viele Tätigkeiten in Produktion, Dienstleistung, Handel, Logistik oder in der Pflege lassen eine Ausführung im Homeoffice nicht zu. Auch in anderen Bereichen können "betriebstechnische Gründe" vorliegen, die gegen eine Verlagerung ins Homeoffice sprechen. Dies kann zum Beispiel in Betracht kommen, wenn die Betriebsabläufe sonst erheblich eingeschränkt würden oder gar nicht aufrechterhalten werden könnten.

Es können aber auch besondere Anforderungen des Betriebsdatenschutzes und des Schutzes von Betriebsgeheimnissen gegen die Ausführung von Tätigkeiten im Homeoffice sprechen.

LESE-TIPP: Diese 3G-Regeln gelten am Arbeitsplatz

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Können Beschäftigte Homeoffice ablehnen?

Beschäftigte sind grundsätzlich verpflichtet, ein vom Arbeitgeber unterbreitetes Angebot zur Arbeit im Homeoffic anzunehmen, sofern ihrerseits keine Gründe entgegenstehen.

Das Bundesarbeitsministerium weist darauf hin, dass Homeoffice "kein ausgelagertes Büro" sei. Auch die häuslichen Verhältnisse der Beschäftigten (z.B. kein geeigneter Bildschirmarbeitsplatz, räumliche Enge) können einer Arbeit im Homeoffice entgegenstehen.

Es genügt eine formlose Mitteilung des Beschäftigten, dass seine persönlichen Umstände Homeoffice nicht zulassen.

Was können Beschäftigte machen, wenn sich der Arbeitgeber weigert, Homeoffice anzubieten?

Wenn der Arbeitgeber Homeoffice verweigert, obwohl Arbeiten von zu Hause aus möglich wären, sollten die Beschäftigten zunächst mit dem Arbeitgeber darüber sprechen. Sie können sich auch an ihre betriebliche Interessenvertretung (Betriebs- oder Personalrat) wenden oder Kontakt mit den Arbeitsschutzbehörden . Auf Verlangen der Arbeitsschutzbehörde muss der Arbeitgeber die Gründe darlegen, weshalb Homeoffice nicht möglich ist.

Muss der Arbeitgeber die Homeoffice-Ausstattung zur Verfügung stellen?

Grundsätzlich ist der Arbeitgeber auch für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit im Homeoffice verantwortlich. Das heißt aber nicht, dass er den Beschäftigten alle erforderlichen Arbeitsmittel zur Verfügung stellen muss. Beschäftigte können im Homeoffice auch eigene Arbeitsmittel verwenden. Es bietet sich an, gemeinsam zu vereinbaren, ob und unter welchen Bedingungen Arbeitsmittel durch die Beschäftigten zur Verfügung gestellt werden können. Der Arbeitgeber muss den Arbeitsplatz im Homeoffice in seine Gefährdungsbeurteilung einbeziehen und die notwendige Ausstattung festlegen. Er hat auch für die sichere Verwendung der Arbeitsmittel Sorge zu tragen.

Erhalten Beschäftigte im Homeoffice weniger Lohn?

Nach der Verordnung ist der Arbeitgeber gehalten, Homeoffice dann anzubieten, wenn die Tätigkeiten es zulassen. Dabei handelt es sich um die vollwertige Erbringung der Arbeitsleistung. Der Umstand, dass im Homeoffice gearbeitet wird, rechtfertigt keine Kürzung des Entgelts für die Tätigkeit.

(Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales/aze)