Ab 2020 gibt es stattdessen ein Bildungsprogramm

SeaWorld Orlando beendet umstrittene Orca-Show

SeaWorld Orlando beendet seine Orca-Show "One Ocean".
© Brock Miller / Splash News

31. Dezember 2019 - 11:02 Uhr

Umstrittene Orca-Show "One Ocean" wird beendet

Auch das SeaWorld Orlando wird seine umstrittene Orca-Show "One Ocean" zum Ende des Jahres auslaufen lassen und durch das bildungsorientierte Programm "Orca Encounter" ersetzen. Damit zieht der Themenpark in Florida als zweiter der drei SeaWorld-Parks nach. Dieser Schritt erfolgt mehr als vier Jahre, nachdem das Unternehmen erstmals angekündigt hatte, bei den Orca-Shows Bildung statt Unterhaltung in den Vordergrund stellen zu wollen. SeaWorld versprach damals außerdem, die Programme zur Aufzucht von Orcas zu beenden.

„Orca Encounter“ soll Besucher über Killerwale informieren

Am 31. Dezember endet "One Ocean", die umstrittene Orca-Show im SeaWorld Orlando. Am 1. Januar geht dort dann "Orca Encounter" (zu Deutsch: "Orca-Begegnung")  an den Start. Die neue Show soll nicht mehr nur der Unterhaltung dienen, sondern die Besucher über das Leben und Verhalten der Orcas informieren. Die Tiere werden noch Teil der Show sein, aber dann zumindest keine Kunststücke mehr vorführen müssen.

"SeaWorld freut sich über die neue bildungsorientierte Ausrichtung der Orca-Show, den 'Orca Encounter'" sagte Dr. Chris Dold, der zoologische Leiter von SeaWorld, zu NBC: "Besucher werden etwas über die Rolle der Orcas im Ökosystem der Ozeane, das Verhalten der Tiere in freier Wildbahn, die Wichtigkeit des Schutzes ihres Lebensraums sowie die Tierschutzpraktiken bei SeaWorld lernen."

Orcas gehören nicht in Gefangenschaft

SeaWorld San Diego ersetzte die Show bereits 2017 durch den "Orca Encounter". Der Park im texanischen San Antonio ist dann der letzte, in dem es die Orca-Stunt-Show noch gibt. Doch auch dort soll sie mittelfristig abgeschafft werden. Für Kritiker ist das Ende der "One Ocean"-Shows aber nur ein schwacher Trost. Denn egal ob zur Unterhaltung oder aus Lehrzwecken – Orcas gehören nicht in Gefangenschaft. In Kanada etwa ist die Haltung und Zucht von Walen und Delfinen seit diesem Jahr verboten.

Für die 29 derzeit noch in den SeaWorld-Parks lebenden Orcas gebe es allerdings keine andere Möglichkeit: Sie müssen in Gefangenschaft bleiben, weil sie im Meer nicht überlebensfähig wären. Deshalb sei es laut SeaWorld nicht möglich, die Tiere in die Freiheit zu entlassen.

SeaWorld bekommt immer wieder Kritik

FILE PHOTO - SeaWorld killer whale Tilikum performs during the show "Believe" at SeaWorld Orlando in Orlando, Florida, U.S. on September 3, 2009.  REUTERS/Mathieu Belanger/File Photo
Orca Tilikum tötete 2010 eine SeaWorld-Trainerin.
© REUTERS, © Mathieu Belanger / Reuters, MB/gs/SAV/MSF/HK

In den vergangenen Jahren gab es für die SeaWorld-Parks viel Kritik. 2012 sorgte der Journalist David Kirby mit seinem Buch "Death at Sea World: Shamu und die dunkle Seite der Killerwale in Gefangenschaft" für Aufsehen, ein Jahr später erschien der Dokumentarfilm "Blackfish", in dem ein ehemaliger SeaWorld-Waltrainer aufzeigte, welche Qualen Orcas in Gefangenschaft erleiden müssen.

Grundlage für den Dokumentarfilm war auch ein Todesfall im SeaWorld Orlando: 2010 kam dort die erfahrene Orca-Trainerin Dawn Brancheau ums Leben. Sie wurde vor den Augen zahlreicher Zuschauer vom Orca Tilikum getötet.