Kritik an Schwedens Kampf gegen Corona

Schwedischer König Carl XVI. Gustav: "Wir sind gescheitert"

ARCHIV - 27.11.2014, Finnland, Helsinki: König Carl XIV Gustav von Schweden auf Staatsbesuch in Finnland. Foto: Markku Ojala/COMPIC/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Schwedens König Carl XVI. Gustav
mao bl jai, dpa, Markku Ojala

König stellt den "schwedischen Weg" in Frage

Der schwedische König Carl XVI. Gustav ist der Meinung, dass Schweden im Kampf gegen die Corona-Pandemie nicht erfolgreich war. „Ich denke, wir sind gescheitert“, sagte der König in einem Interview, das das schwedischen Fernsehen SVT am Donnerstag ausschnittsweise veröffentlichte. „Wir haben eine große Anzahl, die gestorben ist, und das ist schrecklich.“ Das schwedische Volk habe unter schwierigen Bedingungen enorm gelitten.

7800 Corona-Opfer in Schweden

In Schweden sind inzwischen mehr als 7800 Menschen an Covid-19 gestorben. Rund 75 Prozent von ihnen waren älter als 70 Jahre. Das Land hatte bis vor kurzem weniger strenge Coronamaßnahmen als andere.

Carl Gustav sagte, leid täten ihm vor allem die Familien, die sich nicht von ihren verstorbenen Verwandten hatten verabschieden können. „Ich denke, es ist eine schwere und traumatische Erfahrung, nicht herzlich Abschied nehmen zu können“, sagte der 74-Jährige.

Auch König Carl XVI. Gustav fürchtet das Virus

Auf die Frage, ob er selbst Angst vor einer Infektion mit Covid-19 habe, sagte er: „In letzter Zeit fühlt es sich mehr konkret an, es ist näher und näher gekrochen.“ Im November waren sein Sohn, Prinz Carl Philip, und dessen Frau Sofia positiv auf Covid-19 getestet worden.