Grünen-Kanzlerkandidatin in der Kritik

Weitere Ungereimtheiten im Lebenslauf von Annalena Baerbock

Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock musste wieder in ihrem Lebenslauf rumkritzeln.
Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock musste wieder in ihrem Lebenslauf rumkritzeln.
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09. Juni 2021 - 10:25 Uhr

Ungenaue Angaben im Lebenslauf von Annalena Baerbock

Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock musste wieder in ihrem Lebenslauf rumkritzeln. Dieses Mal ging es um ihre Tätigkeit als Büroleiterin bei der Europaabgeordneten Elisabeth Schroedter zwischen 2005 und 2008. Als Ort ihrer Tätigkeit war dort noch Ende Mai "Brüssel" angegeben. Inzwischen fehlt dieser Zusatz. Nach Parteiangaben vom Montag wurde der Eintrag am Samstag geändert.

Falsche Angaben zu Annalena Baerbocks Tätigkeit in Brüssel

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Annalena Baerbock soll die Büroleitung bei der Europaabgeordneten Elisabeth Schroedter (im Bild) erst später übernommen haben.
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Formell übernahm Baerbock übrigens erst Ende 2006 die Büroleitung, wie eine Parteisprecherin nach einem Bericht der "Welt" am Wochenende bestätigt hatte. Sie sei im Herbst 2005 zunächst als Mitarbeiterin eingestellt worden "und übernahm nach kurzer Zeit ausfallbedingt Büroleitungstätigkeiten". Nach Angaben der Partei vom Montag war sie zunächst in Berlin und Potsdam und ab dem Sommer 2007 vor allem in Brüssel tätig.

Baerbock änderte bereits mehrere Angaben im Lebenslauf

Zuvor hatte Baerbock bereits Details ihres Werdegangs auf ihrer persönlichen Website präzisiert. Zunächst war dort unter anderem von Mitgliedschaften in der Transatlantik-Stiftung German Marshall Fund und dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR die Rede gewesen. Inzwischen steht über der Passage, die zunächst die Überschrift "Mitgliedschaften" trug, nun "Beiräte, (Förder-)Mitgliedschaften, regelmäßige Unterstützung".

Beim ebenfalls bereits vorher aufgelisteten Europa/Transatlantik-Beirat der Heinrich-Böll-Stiftung wird nun vermerkt, dass Baerbock inzwischen ausgeschieden ist. Die Änderungen hat zuerst ein "FAZ"-Journalist auf Twitter öffentlich gemacht.

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In den Angaben zu ihrer Ausbildung verweist Baerbock inzwischen ausdrücklich darauf, dass sie ihr Studium der Politischen Wissenschaften an der Universität Hamburg lediglich mit dem Vordiplom beendet hat. Zuvor hatte sie nur die Studienzeit von 2000 bis 2004 genannt, ohne auf den Abschluss einzugehen. Im Nebenfach hat sie dort Öffentliches Recht studiert. Später hat sie nach den unveränderten Angaben auf ihrer Seite an der renommierten London School of Economics den Abschluss "Master of Laws" erworben; eine Promotion in Völkerrecht hat sie nicht abgeschlossen.

Co-Parteichef Robert Habeck spricht von „Unzulänglichkeiten und kleinen Fehlern“

FILE PHOTO: Robert Habeck, co-chairman of the German Greens Party, addresses the media at a news conference in Berlin, Germany, May 3, 2021. Michael Sohn/Pool via REUTERS/File Photo
FILE PHOTO: Robert Habeck, co-chairman of the German Greens Party, addresses the media during a news conference in Berlin
© REUTERS, POOL, /FW1F/mark heinrich

Co-Parteichef Robert Habeck hatte am Montag in Berlin eingeräumt, dass "die letzten drei Wochen vielleicht sicherlich kein Rückenwind waren für die wahlkämpfenden Kollegen in Sachsen-Anhalt". Er sprach von "Unzulänglichkeiten und kleinen Fehlern". Auf wiederholte Nachfrage nannte er als Beispiel die Debatte um höhere Benzinpreise. Es sei nicht gelungen deutlich zu machen, dass die Grünen mit ihren Forderungen nur wenig über den Plänen der großen Koalition lägen - und dass die Grünen Verbraucher im Gegenzug entlasten wollen. Auf eine Frage nach den Änderungen an Baerbocks Lebenslauf sagte Habeck: "Davon gehe ich aus, dass die Präzisierungen im Lebenslauf jetzt erfolgt sind." (dpa/mor)