Steigt dadurch das Krebsrisiko bei Kindern und Jugendlichen?

Studie liefert Schock-Ergebnis: Bleiche in Energydrinks entdeckt

Australische Forscher fanden beunruhigende Mengen Wasserstoffperoxid in einigen Energydrinks.
© iStockphoto, (Symbolbild)

17. September 2020 - 16:19 Uhr

Zugelassene Höchstgrenzen teils weit überschritten

Dass Energydrinks nicht gerade gesund sind und vor allem Kinder und Jugendliche sie besser nicht trinken sollten, ist bekannt. Doch eine australische Studie hat nun einen weiteren Grund hervorgebracht, weshalb man die Aufputsch-Getränke wenn überhaupt in Maßen zu sich nehmen sollte: In mehreren Energydrinks wurde Wasserstoffperoxid, also Bleichmittel, gefunden!

Reinigungsmittel reagieren mit Inhaltsstoffen

Die Studie von Leiterin Prof. Louise Bennett von der Monash School of Chemistry in Victoria, Australien, wurde nun im Magazin "Food Chemistry" veröffentlicht. Die Ergebnisse zeigten, dass manche der getesteten Energydrinks schädliche Mengen an Wasserstoffperoxid enthielten. Dieses würde in der Lebensmittelindustrie häufig genutzt, um Maschinen sauber zu machen. Es gebe jedoch Höchstgrenzen, die in Lebensmitteln erlaubt sind.

Auch der Körper selbst produziert sehr geringe Mengen Wasserstoffperoxid. Bei den Energydrinks wurden diese im Körper natürlich vorkommenden Anteile teils bis zu 15.000-fach überschritten. Wie die Forscher erklären, kommt ein Teil des Bleichmittels durch die Reinigung in die Drinks. Dort trägt die chemische Reaktion mit anderen Inhaltsstoffen - vor allem Ascorbinsäure - weiter dazu bei, dass der Wasserstoffperoxid-Anteil noch gesteigert wird.

Was passiert, wenn wir zu viel Wasserstoffperoxid zu uns nehmen?

Wer schon mal mit Haushalts-Bleichmittel oder wasserstoffperoxidhaltiger Haarfarbe in Berührung gekommen ist, dürfte bereits vermuten, dass es sicherlich ganz schön schädlich ist, diesem Stoff regelmäßig ausgesetzt zu sein. Tatsächlich glaubt Prof. Bennett, dass die Ergebnisse erklären könnten, warum es einen Anstieg an Krebserkrankungen bei jungen Menschen gibt.

"Die Langzeiteffekte könnten einige Trends in der Entwicklungs des Krebsrisikos bei Menschen erklären, deren Altersgruppe Energydrinks konsumiert", schreibt die Leiterin der Studie in einem Statement. "Wir hoffen, dass unsere Forschungsergebnisse zu neuen Standards führen werden, um die Produktion von Wasserstoffperoxid in dieser Art beliebter Getränke zu vermeiden." Sie möchte gezielt mit einigen Unternehmen gemeinsam daran arbeiten. Welche Marken von Energydrinks betroffen sind, ist allerdings nicht bekannt.