Schock-Nachricht: Verunglückter Bahnradstar Kristina Vogel ist querschnittsgelähmt

07. September 2018 - 14:50 Uhr

"Es ist scheiße, ich kann nicht mehr laufen"

Traurige Gewissheit: Die zweimalige Bahnrad-Olympiasiegerin Kristina Vogel ist querschnittsgelähmt. "Es ist scheiße, das kann man nicht anders sagen. Egal wie man es verpackt, ich kann nicht mehr laufen", sagte die 27-Jährige in ihrer ersten Stellungnahme zu ihrem Gesundheitszustand dem "Spiegel". "Aber was soll ich machen? Ich bin immer der Meinung, je schneller man eine neue Situation akzeptiert, desto besser kommt man damit klar."

Verheerender Trainingsunfall in Cottbus

Die elfmalige Weltmeisterin war Ende Juni auf der Betonbahn in Cottbus ungebremst mit einer Höchstgeschwindigkeit von mehr als 60 Stundenkilometer mit einem holländischen Nachwuchsfahrer zusammengestoßen. Danach wurde sie im Unfall-Krankenhaus Berlin-Marzahn mehrere Stunden notoperiert und lag zunächst im Koma.

Ihr Rückenmark sei am siebten Brustwirbel durchtrennt, erklärte Vogel: "Das heißt ungefähr ab der Brust abwärts. Dann verläuft die Grenze zwischen Gefühl und Taubheit etwas, auf der linken Seite geht es etwas tiefer als auf der rechten Seite." Sie spüre zwar ihre Haut, "aber es gibt keine Rückkoppelung. Meine Beine spüren die Berührung nicht. Das ist schwer zu beschreiben."

Vogel: "Zum ersten Mal bin ich frei"

Nach dem Unfall war zunächst eine Nachrichtensperre verhängt worden. "Ich wollte nicht, dass man mich so verletzt sieht", begründete sie die Maßnahme. Sie vergleiche sich gerade "tatsächlich mit einem Baby, das lernen muss, sich selber zu drehen und aufzusetzen", sagte Vogel und wählte bemerkenswerte Worte: "Und es ist schön, dass ich mir damit Zeit lassen kann. Zum ersten Mal in meinem Leben muss ich nichts, ich kann. Diese Situation möchte ich genießen. Im Grunde genommen bin ich zum ersten Mal frei."

Die schlimme Verletzung hatte im deutschen Bahnrad-Lager große Bestürzung ausgelöst. Die erfolgreichste Sportlerin der Bahnradsport-Geschichte war in den vergangenen Jahren die Vorzeigefahrerin im deutschen Team. Ihr Chemnitzer Erdgas-Team hatte nach dem Unfall eine Spendenaktion unter dem Motto #staystrongkristina ins Leben gerufen, bei der bereits rund 120.000 Euro zusammengekommen sind. Das Geld wird Vogels Familie zur Verfügung gestellt.